Berlin/München/Leverkusen, 10.03.2011. 2008 beschloss der Rat der Stadt Paderborn mit großer Mehrheit das sog. „Paderborner Modell“. Diese Verordnung, an deren Durchsetzung maßgeblich aktion tier e.V. beteiligt war, verpflichtet Katzenhalter, die ihrem Schmusetiger Zugang ins Freie gewähren, diesen zu kastrieren und zu kennzeichnen mittels Chip oder Tätowierung. Die Kosten hierfür hat der Besitzer der Katze zu tragen.
Das „Paderborner Modell“ scheint ein Erfolgsmodell zu sein, denn immer mehr Städte folgen dem Vorreiter. So wurde letzte Woche in der Stadt Leverkusen ein „Kastrations- und Kennzeichnungsgebot für Freigängerkatzen“ in einer ordnungsbehördlichen Verordnung einge-führt.
Also müssen jetzt auch Katzenhalter in Leverkusen ihre Samtpfoten spätestens bis zum sechsten Lebensmonat kastrieren und kennzeichnen lassen. Unterlässt der Katzenhalter dies, so begeht er eine Ordnungswidrigkeit. Grund für den Erlass solcher Verordnungen ist die unkontrollierte Fortpflanzung von Hauskatzen, die Tierheime an ihre Kapazitätsgrenzen bringt. Judith Brettmeister von der aktion tier – Geschäftsstelle München erklärt, warum das Kastrations- und Kennzeichnungsgebot so notwendig ist: „Katzen werden immer wieder ausgesetzt, verwildern und vermehren sich unkontrolliert. Jede unkastrierte Katze kann zwei- bis dreimal im Jahr jeweils sechs Junge bekommen. Das Leben auf der Straße ist für diese Streunerkatzen sehr hart. Obwohl sie von Hunger, Krankheit und Straßenverkehr bedroht sind, überleben viele Jungtiere, so dass die Population ständig wächst“.
Die meisten Städte verlassen sich auf das Engagement der Tierfreunde, die sich um streunende Katzen kümmern und sie häufig auf eigene Kosten kastrieren und medizinisch versorgen lassen. Aber nur beides zusammen, nämlich die Verpflichtung für Katzenbesitzer, ihre Freigängerkatzen zu kastrieren und zu kennzeichnen und das Gleiche für die Streunerkatzen durch den Tierschutz, kann letztendlich den Bestand wildlebender Katzen regulieren und auf lange Sicht zurückfahren.
Weiter führt Judith Brettmeister aus: „Solange es keine bundesweite Regelung für eine Kastrationspflicht gibt, wie zum Beispiel in Österreich, freut sich aktion tier e.V. über jede Stadt, die sich zu diesem Schritt entschließt“.
aktion tier – menschen für tiere e.V. ist deutschlandweit eine der mitgliederstärksten Tierschutzorganisationen. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung durch Kampagnen und Informationsveranstaltungen auf Missstände im Tierschutz aufmerksam zu machen und Lösungen aufzuzeigen, wie diesen nachhaltig begegnet werden kann.
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Judith Brettmeister, aktion tier – Geschäftsstelle München, Tel: 08141-3152747, (Judith.Brettmeister@aktiontier.org).
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