DTHW e.V. zum aktuellen Öko-Test-Ergebnis:
Schweineschnitzel enthalten Antibiotika-Rückstände!
München/Berlin, 02.03.2005. Laut März-Ausgabe von ÖKO-TEST enthielt fast ein Drittel der im Auftrag des Magazins untersuchten Schweineschnitzel Rückstände von Antibiotika. Seit langem weist das Deutsche Tierhilfswerk e.V. darauf hin, dass vor allem stressanfällige Tiere wie Schweine bei Massentierhaltung mit diesen hochwirksamen Medikamenten voll gepumpt werden. "Dass dies immer noch möglich ist, liegt u. a. daran, weil es in Deutschland noch immer keine Haltungsrichtlinie für Mastschweine gibt", führt Judith Schmalzl vom DTHW e.V. in München aus. Dabei drohen Deutschland bereits EU- Vertragsstrafen wegen Nichtumsetzung der bereits geltenden EU – Schweine-Haltungsrichtlinie in deutsches Recht. Die Verbraucherschutzministerin Renate Künast hat bereits mehrere Anläufe unternommen, die notwendige Zustimmung des Bundesrats für die Umsetzung der EU- Richtlinie zu erhalten. Bisher erfolglos. Eine lobbyhörige Bundesratsmehrheit knüpft ihre Zustimmung zur vorgelegten Schweine-Haltungsrichtlinie bislang an die Bedingung, dass die Batterie – Käfighaltung für Legehennen, die 2006 fallen wird, über dieses Datum hinaus in modifizierter Form beibehalten wird. Ein unter Tierschutzaspekten und wie sich jetzt herausstellt, auch unter Gesundheitsaspekten für den Menschen verantwortungsloses Vorgehen.
Das DTHW e.V. fordert nun die Verbraucherschutzministerin auf, unter Hinweis auf die besorgniserregenden Ergebnisse der ÖKO-TEST-Untersuchung, endlich die Haltungsrichtlinie für Schweine gegen alle Widerstände durchzusetzen. Dabei sollte diese wesentlich weiterreichender sein, als die EU – Richtlinie es vorsieht: Der Einsatz von Antibiotika im Futter muss drastisch gesenkt werden. Dies wäre verbesserte Haltungsbedingungen durchaus möglich.
Eile ist geboten, denn die Öko – Tester ließen auch Keime untersuchen, die sich auf den Fleischstücken befanden. Die Keime waren bereits gegen mindestens ein Antibiotikum resistent. Ein Bakterienstamm wies gleich gegen acht Medikamente Widerstandskraft auf. Seit langem ist bekannt, dass es für Fleisch essende Menschen im Krankheitsfall sehr problematisch werden kann, ein wirksames Antibiotika zu finden. Durch die Nahrungsaufnahme haben viele unbewusst bereits eine Antibiotika-Resistenz aufgebaut.
Judith Schmalzl vom DTHW e.V. empfiehlt deshalb allen Verbraucherinnen und Verbrauchern, die nicht auf Fleisch verzichten wollen, nur noch ausgewiesenes Biofleisch zu kaufen (und eine deutlichen Reduzierung des immensen Fleischkonsums zumindest anzustreben). Hier könne man sicher sein, dass wegen der artgerechten Tierhaltung Verabreichung von Antibiotika nicht notwendig ist.
Weitere Informationen bei:
Judith Schmalzl, DTHW-Geschäftsstelle München, Tel.: 089-35752-202 (judithschmalzl@tierhilfswerk.de).
Deutsches Tierhilfswerk e.V.
Pressestelle
Kaiserdamm 97
14057 Berlin
Tel.: 030-301038-33
Fax: 030-301038-34





April 21st, 2005 at 19:06
Liebe Tierfreunde,
dem Appell im letzten Absatz des Artikels kann ich mich nur anschließen. Natürlich ist Biofleisch teurer, aber es muss auch teurer sein – natürlich ist es billiger, die armen Tiere auf engstem Raum zusammenzupferchen, auf Spaltenboden über stinkenden Gülleseen stehend, sie mit Gen-Soja zu füttern und mit Antibiotika “gesund” zu halten, statt ihnen, wie das bei Bio-Betrieben gemacht wird, artgerechte Lebensbedingungen zu bieten. Dass Letzteres teurer ist, ist unvermeidlich. Aber ist Geld denn wichtiger als Moral, als tausendfaches Tierleid? Und das Geld kann man ohne Probleme wieder einsparen, indem man einfach weniger (oder gar kein) Fleisch isst, was sowieso gesünder ist.
Übrigens: mehr Infos zu Schweinen und anderen Nutztieren gibt’s unter anderem bei http://www.provieh.de
Grüße, Monika