Kronach – Es ist nicht das erste Mal, dass ein Hund im Landkreis Kronach einen offensichtlich vergifteten Köder geschluckt hat. Allerdings könnte nach einer Anzeige, die der Kronacher Arno Stöhr am Montag erstattet hat, zum ersten Mal ein polizeiliches Verfahren einen Täter ermitteln.

Stöhr war vormittags mit seinem Hund auf dem LGS-Gelände unterwegs. Das Tier muss dort einen Giftköder geschluckt haben. „Unser Hund hat zwei Mal erbrochen. Die Untersuchung ergab ein Stück Wiener Würstchen mit drei lila Weizenkörnern. Er hat es im LGS-Gelände nahe des Loewe-Turms verschlungen. Dies bemerkt man nicht, weil Hunde die ganze Zeit schnuppernd ihre Nase am Boden haben und so schnell Brocken aufnehmen“, erklärte Stöhr gegenüber der Neuen Presse.

Nachdem er den Hund sofort in tierärztliche Behandlung gegeben hatte, ging er mit der Wurst zur Polizei, um Anzeige zu erstatten. Wie Erster Polizeihauptkommissar Uwe Herrmann, Leiter der Polizeiinspektion Kronach, sagte, könne aufgrund der Faktenlage erstmals im Landkreis wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt werden. „Es hat zwar schon öfter ähnliche Fälle gegeben. Es haben uns auch schon Tierbesitzer Giftköder gebracht. Allerdings immer, bevor ein Tier gesundheitlich zu Schaden gekommen ist. Das ist nun anders“, so Herrmann.

Da es nun einen Geschädigten gebe, habe die Polizei die Möglichkeit, etwas zu tun. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass es sich bei den Weizenkörnern tatsächlich um Gift handelt. Und dafür müsse der Köder wissenschaftlich analysiert werden. Ob dies auch tatsächlich geschieht, steht noch nicht fest. „Das ist natürlich nicht zuletzt eine Kostenfrage. Das wird zusammen mit der Staatsanwaltschaft geklärt“, schränkte der Hauptkommissar ein. Falls es zu einer Untersuchung komme und Gift nachgewiesen werde, könnten die Beamten Ermittlungen aufnehmen. Sollten sie den Täter überführen können, drohe diesem eine Geldstrafe.

Arno Stöhr, dessen Hund mittlerweile wieder wohlauf ist, vermutet, dass der oder die Täter Hundehasser sind: „Ich verstehe, wenn Menschen die Hinterlassenschaft von manchen Vierbeinern als störend empfinden, sich aber so weit gehen zu lassen und den besten Freund von anderen zu vergiften und qualvoll dahinsiechen zu lassen, das ist nicht mehr zu akzeptieren.“

Es hätte außerdem noch schlimmer kommen können, wenn spielende Kleinkinder mit den Giftködern in Kontakt gekommen wären. ck

Quelle:   http://www.np-coburg.de/nachrichten/lokal/kronach/art2396,880436

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