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Zuviel Trost lässt den Hund glauben, dass es gut und richtig ist, Angst zu haben.

Einmal im Jahr ziehen selbst draufgängerische Hunde den Schwanz ein und verkriechen sich in einem Versteck. Es ist der 31. Dezember und während die Menschen draußen das alte Jahr mit Feuerwerk und Silvesterknallern feierlich verabschieden, haben viele Haustiere panische Angst.

“Das Gehör eines Hundes ist etwa vier Mal so gut wie das eines Menschen.”

Die Tierpsychologin Heidrun Krisa weiß, warum Hunde Lärm generell schwerer verkraften als Menschen:
“Das Gehör eines Hundes ist etwa vier Mal so gut wie das eines Menschen”, erklärt sie. Auch fehlt den Tieren natürlich das Wissen und das Bewusstsein der Menschen: “Man kann dem Hund nicht einfach verbal erklären, dass der Lärm in ein paar Stunden ohnehin wieder vorbei sein wird.” Deshalb sollten Hundebesitzer möglichst danach trachten, Silvester in einer möglichst ruhigen Gegend zu verbringen: “Und wenn es gar nicht anders geht, dann soll man zu Hause die Fenster schließen, die Jalousien herunter lassen und beruhigende Musik spielen.”

“Wer seinen Hund hektisch streichelt, wird die Angst nicht mindern, sondern verstärken.”

Auch vor übertriebener Zuwendung rät die Tierpsychologin ab: “Wer seinen Hund hektisch streichelt, wird die Angst nicht mindern, sondern verstärken. Für den Hund entsteht nämlich der Eindruck, dass es gut und richtig ist, Angst zu haben.” Überhaupt hat der Hundehalter einen großen Einfluss auf den Gemütszustand des Hundes, wie auch die Tierärztin Dr. Elke Narath weiß: “Wenn jemand schon vorher Angst hat, dass sein Hund ängstlich auf die Knallerei reagieren wird, dann spürt das der Hund – und entwickelt eine Angst, die gar nicht notwendig wäre. Die Angst des Menschen verstärkt die Angst des Hundes.”

Keine Beruhigungsmittel

Sie selbst ist Besitzerin zweier Hunde, die beide panisch auf Knallkörper reagieren. Von Beruhigungs- oder Schlafmitteln für Tiere hält sie “aus eigener Erfahrung” wenig: “Diese Mittel haben eine ähnlich Wirkung wie Alkohol auf Menschen: Zuerst reagieren sie aufgedreht und dann verlieren sie die Kontrolle über ihre Muskulatur. Sie bekommen diese Veränderung im Körper mit, und das verstärkt ihre Panik nur noch. Und in der Aufwachphase ist ihnen zuerst kalt und dann merken sie, dass etwas mit ihnen nicht stimmt. Das kann den Tieren noch mehr Stress bereiten als der Lärm.”

Stadt verlassen

Sowohl die Tierpsychologin als auch die Tierärztin empfehlen, mit den Hunden die Städte zu verlassen und möglichst ruhige Orte aufzusuchen. Und sie appellieren “an die Vernunft der Menschen: Die Silvesterknallerei ist nicht nur für Hunde ein großes Problem. Lärm versetzt alle Tiere in Panik.”

Artikel vom 27.12.2006, 13:36 | apa | ps

http://www.kurier.at/nachrichten/chronik/47308.php?from/nachrichten/chronik/47272

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