keine-angst-vor-hunden-vhs-kurs.jpg

Eine Begegnung der für sie eher unheimlichen Art hatten einige Kinder am Sonntag in Dietenheim: Beim Volkshochschul-Kurs “Keine Angst vor großen Hunden” erklärten Profis dem Nachwuchs, auf was es ankommt beim Umgang mit den Vierbeinern.

(von BERNHARD RAIDT) DIETENHEIM “Muffin” ist ein Prachtexemplar – treue, braune Augen, ein festes Gebiss und schöne, behaarte Hängeohren. Trotzdem trifft “Muffin” nicht überall gleich auf Freunde. Der Berner Sennenhund-Mischling flößt allein durch seine Größe vor allem Kindern Respekt, manchmal sogar Angst ein. Das ist nicht verwunderlich, denn mancher Knirps kann aufrecht stehen dem Tier geradewegs aufs Zahnfleisch blicken. Das würde sogar bei Erwachsenen mulmige Gefühle auslösen.

Deshalb hat die Dietenheimer Hundeschule am Sonntag zum ersten Mal in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule einen Kurs angeboten: “Keine Angst vor großen Hunden”, lautete der Titel. Zehn Kinder von vier bis dreizehn Jahren machten mit. Bis Senden und in den benachbarten Landkreis Biberach reichte das Interesse. “Manche Kinder sind von ihren Eltern geschickt worden, damit sie mit dem Hund zu Hause richtig umgehen lernen, sagte Rainer Kautz, der Vorsitzende der Dietenheimer Hundeschule. “Manche haben aber auch richtig Angst.”

Die Begegnung mit dem vierbeinigen Objekt der rätselhaften Art gestalteten die Profis deshalb zunächst sehr vorsichtig. “Wir haben die Hunde zunächst mal abseits gehalten, nur theoretisch davon gesprochen und sie aus der Ferne betrachten lassen”, berichtet Kautz.

Respektvoll behandeln

Die nächste Übung ging dann allerdings näher ran an Muffin & Co.: “Wichtig ist, dass der Besitzer gefragt wird, bevor das Kind den Hund streichelt oder mit ihm spielen will”, sagt Rainer Kautz. “Nicht jeder Hund mag es, von jedem gestreichelt zu werden.” Beim Üben gab es dann auch durchaus mal ein “Nein” eines Besitzers auf die entsprechende Frage eines Kindes.

Eine der wichtigsten Regeln beim Umgang mit Hunden sei es, den Hund immer so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden wolle, sagt Kautz. “Keiner von Euch will gern herumgezerrt, angeschrieen oder mit Bällen beworfen werden.” Genau so gehe es dem Hund, der vieles noch extremer empfinde, weil er ein besseres Gehör und eine bessere Nase habe als der Mensch.

“Außerdem kann er nicht wie ein Mensch sagen: Hör auf. Ein Hund wehrt sich mit den Zähnen.” Weitere Tipps im Umgang mit Hunden, die die Experten der Hundeschule den Kindern vermittelten: Niemals einem Hund starr in die Augen sehen, er könnte dies als Aggression verstehen. Dem Hund nie auf den Schwanz treten und nicht daran ziehen; das Tier auch nicht beim Fressen stören oder gar versuchen, ihm das Futter wegzunehmen. Mit Hunden nur spielen, wenn ein Erwachsener in der Nähe ist. “Vorsicht beim Spiel vor den Zähnen”, warnt Rainer Kautz.

Auch an den Ernstfall haben die Experten gedacht: “Lauf” niemals vor einem Hund weg, auch wenn du Angst hast”, raten sie. Ein Hund habe einen Jagdinstinkt, er renne automatisch hinter einem Flüchtenden her. Stehen bleiben sei die beste Methode, auch wenn das Überwindung koste.

Am Ende des Kurses war Bewegung angesagt: Wer ist schneller, Mensch oder Hund? Und sogar zu einem Kuschelfoto mit “Muffin” war Zeit. “Das war schon gut, ich habe die Hunde besser kennen gelernt, sagt Nicole, 10, über ihre Begegnung mit “Muffin”, “Kiara”, “Tara” und Rauhaardackel “Manfred”. Bei der Dietenheimer Hundeschule denken die Verantwortlichen jetzt daran, den Kurs auch gezielt bei Kindergärten und Schulen anzubieten.

02.10.2007

http://www.suedwest-aktiv.de/region/illertalbote/illertalbote/3134540/artikel.php

Share