Berlin/München, 26.07.2007. Hartnäckig hält sich der Irrglaube, Hündinnen würden sterilisiert und Rüden kastriert. Das stimmt so nicht. Auch weibliche Hunde werden fast ausnahmslos kastriert. Unter einer Kastration versteht der Fachmann, die Entfernung der Keimdrüsen. In diesem Fall sind das die Eierstöcke. Bei der Hündin sollte die Operation am besten noch vor der ersten Läufigkeit erfolgen. Das optimale Alter liegt zwischen 7 und 12 Monaten, je nach Rasse und Entwicklungsstand.

Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin der aktion tier e.V., erklärt, worin der Vorteil der frühen Kastration besteht: „Hündinnen, die vor der ersten Läufigkeit kastriert werden, unterliegen nur einer Wahrscheinlichkeit von 0,08 %, einen Tumor der Gesäugeleiste – sprich Brustkrebs – zu entwickeln. Dies ist bei unkastrierten und spät kastrierten Hündinnen eine extrem häufige Krebsart. Auch Vereiterungen der Gebärmutter können bei kastrierten Hündinnen nicht mehr auftreten. Somit kann durch frühe Kastration diesen Krankheiten vorgebeugt werden.“

Nicht verschwiegen werden sollen jedoch die potentiellen Nachteile: Wenige Hündinnen entwickeln Inkontinenzerscheinungen. Diese können aber durch Medikamente im Allgemeinen gut beherrscht werden. Die Fellqualität kann sich ändern. Manche Tiere bekommen ein welpenähnliches Haarkleid, dünn und flaumig. Doch auch diese Veränderung tritt sehr selten auf. Dass die Hundemädchen nach dem Eingriff dick werden, ist eine Mär. Der Stoffwechsel verlangsamt sich zwar, durch entsprechende Futterreduktion kann hier aber problemlos gegengesteuert werden.

Ob ein Tier kastriert wird oder nicht, entscheidet letzten Endes der Besitzer. Das Tierschutzgesetz erlaubt die Kastration zur „Verhinderung einer unkontrollierten Fortpflanzung“. Das heißt in jedem Einzelfall muss zumindest der Form halber festgestellt werden, dass die Hündin keine Welpen bekommen soll.

Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Dr. med. vet. Tina Hölscher, Veterinärin bei aktion tier, Tel.: 0177-2451198 (tierarzt@aktiontier.org).

aktion tier – menschen für tiere e.V.

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