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Berlin/ München, 27.03.2009. Trotz heftiger Proteste und Kampagnen von Tierschutzorganisationen hat Kanada am Montag mit der Tötung von 338.200 Robben begonnen. Das sind 55.000 Tiere mehr als im Vorjahr.

“Es ist eine grausame und niederträchtige Jagd, die da jedes Jahr stattfindet“, so Judith Brettmeister von der aktion tier Geschäftsstelle München. “Die Bilder die uns jedes Jahr erreichen wecken nicht nur Abscheu, sondern auch Wut bei dem Betrachter. Da stürzen sich die Jäger aus ihren Booten auf die völlig wehrlosen kleinen Robben und schlagen mit dem Hakapik, ein Knüppel mit einem Haken an der Spitze, auf den Kopf der Robbe. Alles muss ganz schnell gehen, denn die Jäger stehen untereinander in blutiger Konkurrenz. Diese Eile bringt es auch mit sich, dass nicht nachgesehen wird, ob die Robbe tot oder nur schwer verletzt ist. Noch an Ort und Stelle wird den Tieren das Fell abgezogen. Die nackten Kadaver bleiben liegen und die Eisschollen färben sich rot vom nicht enden wollenden Strom des Blutes der totgeschlagenen Tiere. Die Jäger befinden sich schon wieder auf der Suche nach den nächsten Tieren.“

Das Festhalten der kanadischen Regierung an dieser international geächteten Schlächterei geschieht allein unter dem Aspekt, dass man die Robbenjäger als Wähler bei zukünftigen Wahlen nicht verlieren will. Keine Regierung in Kanada hat bislang den Mut aufgebracht, den Jägern Alternativen zur Robbenjagd anzubieten. Russland hat hier mehr Verstand bewiesen, als sie ein komplettes Verbot der Jagd auf Sattelrobben, die jünger als ein Jahr alt sind, verkündet. Nicht das, was sich Tierschützer weltweit wünschen, aber immerhin, ein erster und nicht unwichtiger Schritt.

Auch die Bundesregierung scheint nun endlich ernsthaft ein Importverbot für Robbenprodukte zu erwägen. In der nächsten Woche finden hier wichtige Beratungen statt. Damit würde Deutschland der Europäischen Union zuvorkommen. Der Binnenmarktausschuss des EU-Parlaments hatte bereits Anfang März die bestialischen Jagdmethoden bei der Robbenjagd kritisiert und sich für ein Einfuhr- und Handelsverbot für ganz Europa ausgesprochen. Seit langem haben die USA, die Niederlande und Belgien ein solches Einfuhrembargo gegen Robbenprodukte erlassen.

Erst wenn die kanadische Regierung wirtschaftliche Einbußen durch ein solidarisches Vorgehen aller Länder in Bezug auf Ächtung dieser Jagdmethode und Verbot der Einfuhr von Robbenprodukten verspürt, wird diese reagieren. Im Grunde genommen sollten sich Touristen unter Hinweis auf diese bestialischen Jagden und der widerlich populistischen Handlungsweise der kanadischen Regierung dieses Land als Urlaubsziel meiden.

aktion tier – menschen für tiere e.V. startet nun eine Unterschriftenkampagne gegen die kanadische Robbenjagd. Die Unterschriftenlisten werden gesammelt der Kanadischen Botschaft in Berlin überreicht.

Die Unterschriftenliste befindet sich auf www.aktiontier.org (Pressebereich).

Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Judith Brettmeister, aktion tier – Geschäftsstelle München, Tel.: 089 – 75 969 252 (Judith.Brettmeister@aktiontier.org).

aktion tier – menschen für tiere e.V.

Pressestelle

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