München, 20.06.2008. In den Frühjahrsmonaten entdecken viele Vogelfreunde vermeintlich allein gelassene Jungvögel. Doch in den meisten Fällen ist die Entscheidung, dem Jungvogel zu helfen, eher falsch.
Fast alle Vögel in unseren Gärten gehören zu den Nesthockern. In den ersten Tagen sind sie blind und nackt und müssen von den Elterntieren im Nest versorgt werden. Viele der Jungen verlassen erst halbflügge das Nest und wagen ihre ersten Alleingänge. Diese ersten Flugversuche schlagen häufig fehl und wirken auf den menschlichen Beobachter so, als müsse den Piepmätzen unbedingt geholfen werden. Die Vogeljungen sind aber unverletzt. Und auch die Elterntiere bleiben in der Nähe des Nestes und überwachen das Treiben ihrer Zöglinge. Die scheinbar hilflos, umherfiependen Kleinen werden von ihren Eltern auch am Boden weiterhin gefüttert und auch mit speziellen Rufen vor Gefahren gewarnt.
Judith Brettmeister von der aktion tier – Geschäftsstelle München weist daraufhin, dass die verwaist wirkenden Jungtiere auf keinen Fall aufgesammelt werden sollten: „Auch wenn die Vögel mit großer Sachkenntnis und Hingabe groß gezogen werden, haben diese Tiere wesentlich schlechtere Überlebenschancen, als jene Vogeljungen, die unter natürlichen Bedingungen und unter der Obhut ihrer Eltern herangewachsen sind.“
Anders stellt sich die Sachlage dar, wenn sich die Jungvögel an gefährlichen Stellen aufhalten, z.B. am Straßenrand oder in der Nähe von Kellerschächten. Das Vögelchen darf hochgenommen werden und sollte dann möglichst an einen sicheren Ort, wie unter einen unweit gelegenen, Schutz bietenden Strauch gesetzt werden. Da Vögel einen schlechten Geruchssinn haben, wird das die Elterntiere auch nicht davon abhalten, ihre angefassten Jungtiere weiterzufüttern.
Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
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Judith Brettmeister, aktion tier- Geschäftsstelle München Tel.: 089-75 969 252 (Judith.Brettmeister@aktiontier.org).
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