Berlin/München, 24.03.2011. In seiner gestrigen Sitzung hat der Agrarausschuss des Deutschen Bundestags ein Wildtierverbot in Zirkussen abgelehnt. Die Fraktion B`90/DIE GRÜNEN hatte einen Antrag vorgelegt, mit dem verbindliche Regelungen für die Haltung von Zirkustieren festgeschrieben werden sollten. Letztlich wäre damit der Forderung der Länder aus dem Jahr 2003 Genüge getan worden, die bereits im Bundesrat in einem Entschließungsantrag ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus forderten.Mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und FDP wurde der Antrag der Grünen gegen die Stimmen der Opposition abgelehnt. Die CDU/CSU hatte den Antrag mit der Begründung abgelehnt, dass ein generelles Verbot von Wildtieren in der Praxis einem Berufsverbot gleichkäme.
Judith Brettmeister von der aktion tier-Geschäftsstelle München hält dagegen: „Es ist zynisch, das Recht auf freie Berufswahl, also das Recht von Dompteuren und Zirkusbetreibern höher einzustufen, als das Recht von Wildtieren auf ein artgerechtes Leben und den Schutz dieser Tiere vor unsäglichem täglichen Leid. Nicht vergessen werden darf, dass der Staat sich als Ziel seines Handelns den Tierschutz verpflichtet hat, als dieser den Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz aufgenommen hat.
Mittlerweile sprechen sich auch die Bundestierärztekammer und ebenfalls die Mehrheit der Bevölkerung für ein Wildtierverbot in Zirkussen aus. Aufgrund der Unfähigkeit der Mehrheit der Parlamentarier im Bundestag ist jetzt jeder einzelne Bürger gefordert. Er hat es in der Hand, durch seinen Boykott solcher tierquälerischen Veranstaltungen, die im falschen Licht einer spielerischen Leichtigkeit von Tierdressuren stattfinden, diesen den Boden zu entziehen. Unterstützt werden sollten dagegen solche Zirkusse, die längst die Zeichen der Zeit erkannten, und auf jeglichen Einsatz von Wildtieren zum Zwecke der Show verzichten.“
Ungefähr halten sich 350 fahrende Zirkusunternehmen in Deutschland auf, von denen die meisten Wildtiere halten. Ständig kommt es zu Unfällen oder Ausbrüchen der Tiere. Judith Brettmeister bestätigt dies: „Allein in den Jahren 2009/2010 konnten 25 Tiere aus Zirkushaltung, darunter waren 13 Elefanten, 2 Braunbären, 1 Wasserbüffel, 1 Löwe, 1 Alligator und ein Krokodil entwischen und häufig bezahlen die Tiere dies mit ihrem Leben“.
So brachen erst vergangene Woche zwei Löwen aus dem Zirkus Humberto aus, wobei ein Löwe dies mit dem Leben bezahlen musste. Tödlich verlief auch der Ausbruch eines Kängurus in Hockenheim. Die Mitarbeiter fanden das Tier, konnten es jedoch nicht einfangen. Am Sonntag wurde dann ein überfahrenes Känguru gemeldet.
aktion tier und animal public startete 2010 eine Aufklärungskampagne mit dem Titel „Spaß im Zirkus ohne Wildtiere“. Weitere Informationen sowie einen Videobeitrag und eine Unterschriftenliste für ein bundesweites Verbot von Wildtieren im Zirkus finden Sie auf der aktion tier- Webseite unter www.aktiontier.org
aktion tier – menschen für tiere e.V. ist deutschlandweit eine der mitgliederstärksten Tierschutzorganisationen. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung durch Kampagnen und Informationsveranstaltungen auf Missstände im Tierschutz aufmerksam zu machen und Lösungen aufzuzeigen, wie diesen nachhaltig begegnet werden kann.
Weitere Informationen bei:
Judith Brettmeister, aktion tier – Geschäftsstelle München, Tel: 08141-3152747 (Judith.Brettmeister@aktiontier.org).
aktion tier – menschen für tiere e.V.
Pressestelle
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März 24th, 2011 at 17:55
Das ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt..
War die CDU/CSU schon vorher nicht die Partei meiner Wahl, jetzt ist es endgültig vorbei1
Diese Partei ist definitiv absolut unwählbar!!!!
März 26th, 2011 at 02:44
Es muß endlich zu einem Verbot von Wildtieren im Zirkus kommen. So kann und darf es nicht weitergehen. Ich bin zuletzt als Kind im Zirkus gewesen. Da wußte ich ja noch nicht, wie grausam und unmöglich die Tiere gehalten werden/wurden und unter welchen Bedingungen sie dressiert werden/wurden. In der Manege sieht es ja “so toll” aus, wenn Elefanten auf den Hinterbeinen balancieren oder Raubkatzen durch brennende Reifen springen. Wie sie dazu gebracht werden, weiß doch sicher keiner der begeisterten Zuschauer. Schaut man hinter die Kulissen, bricht einem Tierfreund das herz: Viel zu kleine Käfige, enge Ställe, Tiere die verhaltensauffällig stereotype Bewegungen(weben) machen. Das soll schön sein? So etwas ist nur grausam, tierfeindlich, egoistisch. Das, wirklich zynische, Kommentar von wegen Berufsverbot ist unmöglich. Tiere haben keine Stimme, also wird mit ihnen gemacht was man will. Muß so etwas wirklich noch sein? Tiere in Käfigen zu pressen, mit Gewalt(ja, jetzt kommt sicher eine Aussage, dass nicht alle Dompteure brutal sind) zu unnatürlichen Aktionen zwingen, sich wunderen wenn die Tiere durchdrehen und sich gegen den menschen stellen. Was bleibt ihnen anderes übrig? Ich halte jedoch weder vom Zirkus noch vom Zoo etwas. Und bei Delphinarien verzweifle ich. Es muß endlich etwas passieren und nicht wieder mit scheinheiligen Motiven noch weiter wehrlose Tiere zu unserem Amusement zur Schau zu stellen. Bitte liebe Tierfreunde, es muß endlich etwas passieren! Tiere sind wehrlos unserem Willen ausgesetzt. Damit muß endlich Schluß sein!!!