Berlin/München 28.01.08. Der Einsatz und das Engagement der Deutsch-Bulgarischen Straßentier-Nothilfe e.V., ein Partner der Tierschutzorganisation aktion tier e.V. in Bulgarien, hat sich gelohnt. Bulgarien hat vor drei Tagen sein erstes Tierschutzgesetz im Parlament verabschiedet. Ein Gesetz, welches sich wahrlich sehen lassen kann, da es die europäischen Werte, welche für den Tierschutz gelten, in nahezu vorbildlicher Weise in Gesetzesform umsetzt. Hier können sich selbst die „alten“ europäischen Staaten ein Beispiel nehmen, wie Tierschutz, zumindest in Gesetzesform, aussehen könnte. Zentrale Punkte des neuen Gesetzes sind, dass nunmehr die in Bulgarien weit verbreiteten Hundekämpfe verboten sind, dass eine Wildtierhaltung im Zirkus untersagt ist und dass das, vor allem in den Großstädten Bulgariens herrschende Problem der vielen Streunerhunde, mit tierschutzgerechten Methoden gelöst werden soll.
Hier hat bereits seit Jahren der Kooperationspartner von aktion tier e.V. – die Deutsch- Bulgarische Straßentier – Nothilfe e.V. mit seinen vier Kastrationszentren und Tierheimen in Dobrich, Schumen, Rousse und Sofia wegweisende Hilfe für die Streunerhunde geleistet, zum Teil gegen den ausgesprochenen Willen vieler politisch Verantwortlicher. Die Deutsch-Bulgarische Straßentier- Nothilfe e.V. stellte sich dem Problem der Straßenhunde durch medizinische Versorgung und Kastration und schlug damit neue Wege zur Problemlösung ein. Vor allem in Sofia, der bulgarischen Hauptstadt, ist es bereits 2002 gelungen, mit massiver Unterstützung des dortigen dem Tierschutz offen gegenüberstehenden Bürgermeisters, eine der berüchtigten bulgarischen Tötungsstationen umzufunktionieren in ein tiermedizinisch bestens ausgestattetes Tierheim. In diesen wurden die aufgegriffenen Hunde medizinisch versorgt, kastriert und überall dort, wo eine Vermittlung nicht möglich war, wieder in die Freiheit entlassen. Seit die Deutsch-Bulgarische Straßentier- Nothilfe e.V. ihre Arbeit aufgenommen hat, wurden etwa 16.000 Hunde kastriert und geimpft. Zur Zeit befinden sich etwa 1.100 Hunde in den 4 Tierheimen.
aktion tier unterstützte die Deutsch-bulgarische Straßentier-Nothilfe e.V. bereits zu einem Zeitpunkt, in dem die bestehende Gesetzeslage in Bulgarien, die Tötung der aufgegriffenen Hunde vorschrieb, wenn sich nicht innerhalb von 14 Tagen ein Besitzer eines eingefangenen Hundes in diesen Tötungsstationen gemeldet hat, was aber in den allerwenigsten Fällen vorkam. Weit über 100.000 Tiere kamen in den berüchtigten Einrichtungen zu einem qualvollen Tode.
Zur Umsetzung der neuen Gesetzeslage sind die vier, von aktion tier unterstützten bulgarischen Tierheime, bestens gerüstet, da sie seit Jahren diesen Weg, welches das Gesetz nunmehr vorschreibt, bereits eingeschlagen hatten. Es ist nicht zuletzt auch ein Verdienst der Leiter und Mitarbeiter dieser vier Tierheime, dass das neue bulgarische Tierschutzgesetz so massiv mit der bisherigen Strategie der Tötung nahezu aller aufgegriffenen Hunde bricht und neue, tierschutzgerechte Wege nunmehr vorschreibt. aktion tier wird weiter fortfahren, seinen Kooperationspartner in der Arbeit zu unterstützen, Schritt für Schritt die bisherigen Tötungseinrichtungen in Tierheime umzuwandeln.
Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
Weitere Informationen bei:
Judith Brettmeister, aktion tier – Geschäftsstelle München, Tel.: 089 – 75 969 252 (Judith.Brettmeister@aktiontier.org).
aktion tier – menschen für tiere e.V.
Pressestelle
Kaiserdamm 97
14057 Berlin
Tel.: 030-301038-33
Fax: 030-301038-34
www.aktiontier.org
info@aktiontier-pressestelle.org





Februar 17th, 2008 at 20:50
Bitte setzen Sie sich mit mir in Verbindung,, wenn Sie Kontakt zu Tierfreunden Tierschützern in Bulgarien haben. Unser Verein lädt diese gern zum jährlich in Graz stattfindenden Seminar “Tierschutz im Unterricht” ein. Dieses Wissen kann man immer, wenn man irgendwo, irgendwann Kontakt zu einer größeren oder kleineren Gruppe von Kindern/ Jugendlichen hat, diesen weitervermitteln sowie die jedem Kind angeborene Liebe und Respekt zu den Tieren und allen Mitgeschöpfen wecken und pflegen. Unser Verein bezahlt Fahrt hin und zurück, sowie Aufenthalt mit Frühstück.Gern gebe ich Ihnen weitere und detaillierte Auskunft.
Freundliche Grüße
Rita Achammer
März 9th, 2008 at 12:10
Es ist sehr begrüßenswert und es war höchste Zeit, dass dieser Schritt nun endlich gemacht wurde.
Jetzt müssen wir jedoch alle zusammenhelfen, mit Geldspenden und, wenn möglich, mit aktiver Untersttzung, das Tierelend in Bulgarien zu stoppen und die allgemeinen Bedingungen auch für die Zukunft zu verbessern.
Dazu gehören unter anderem Aufklärung der Bevölkerung sowie Kontakte von Pädagogen, auch von Tierschutzpädagogen, mit Kindern und Jugendlichen die Achtung vor der Schöpfung swie Liebe zu allem Lebendigen, d.h. Pflanzen, Tieren und Menschen, lehren und vorleben.
Juni 30th, 2008 at 17:27
Gesetz hin oder her. Der Bulgare achtet nur, was ihm nützt, also essen kann. Wir sind gerade nach 4 wöchigem “Urlaub” zurück aus dem schönen Land. Und wieder nach 2001 mit einem armen Hundewürstchen im Gepäck. Ca. 4 Wochen alt und von allen verlassen haben wir die kleine Chaika mitten auf der Landstraße entdeckt. Da wir diesmal mit dem eigenen PKW unterwegs waren, stellte das kein großes Problem dar. Lediglich unser Urlaub, der sowieso von den grausamen Bildern (Hunde mit nur 1 Auge, Steinwurfverletzungen, 3 Beine, mit Strick um den Hals etc.) überschattet war, kam völlig durcheinander. Anstelle von Basar und Balkangebirge sausten wir zum Tierarzt für die nötigen Papiere und natürlich die medizinischen Voraussetzungen. Heute, nach wenigen Tagen, ist Chaika der King auf unserem Hof und jagt die zwei “Alten”. Wir haben es nicht bereut, obwohl 3 Hunde schon recht viel sind. Dennoch, das Problem wird sich nicht allein durch Kastration lösen lassen. Einen Hund zu haben ist inzwischen schick und ein Rassehund in BG Statussymbol. Etliche versuchen mit der Zucht Geld zu verdienen und was nicht gefällt, wird einfach entsorgt. Auf der Straße oder gleich in die Mülltonne. Oder, wie auch mit alten und kranken Hunden verfahren wird (z. T. nach langjähriger Familienmitgliedschaft), man bringt sie als Futter in den ZOO. Das ist z. B. in Lovetsch eine durchaus übliche Praxis. Wo soll man da mit der Umerziehung der jungen Menschen anfangen, wenn bereits 6und 7jährige mit Lust Steine auf Straßenhunde werfen?