Berlin/München/Düsseldorf, 12.02.2008. Nun haben wir es schwarz auf weiß. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kommt in ihrem im Dezember letzten Jahres vorgelegten wissenschaftlichen Bericht zu dem Ergebnis, dass die Robbenjagd, die in Kanada alle Jahre wieder und jetzt eben gerade auch wieder durchgeführt wird, keinerlei Tierschutzstandards erfüllt. Wir alle kennen die Bilder von keulenschwingenden „Jägern“, die so lange auf die Robbenbabys einschlagen, bis diese blutverschmiert tot liegen bleiben. Das Europäische Parlament hat nunmehr eine nicht mehr wegzudiskutierende Grundlage für die Entscheidung, die es wegen der Forderung vieler EU-Mitgliedsstaaten nach Erlass eines Robbenhandelsverbots von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit einforderte.
Nicht vergessen ist, dass es bereits einen einstimmigen Beschluss des Deutschen Bundestages nach einem solchen Robbenhandelsverbot gibt. Dieser wurde jedoch vom für die Umsetzung dieses Beschlusses zuständigen Ministerium von Horst Seehofer noch nicht in Gesetzesform geschmiedet, da man auf eine europäische Entscheidung zu diesem Thema warten wollte. Der Minister wollte keinen deutschen Alleingang und glaubte an eine EU-einheitliche Regelung, die in der Tat noch mehr Signalwirkung gegen das massenhafte Töten von Robben gehabt hätte. Doch die EU-Kommission wollte ihre Entscheidung erst nach dem Vorliegen der von ihr in Auftrag gegebenen Studie treffen.
Judith Brettmeister von der aktion tier – Geschäftsstelle München fordert deshalb: „Das Ergebnis der Studie liegt nun vor. In den nächsten Monaten beginnt die Robbenjagd. Spätestens jetzt sollten die Erkenntnisse der europäischen Behörde schnell in eine Verordnung gegossen werden, die ein EU-weites Importverbot für Robbenprodukte ausspricht“.
Der europäischen Behörde lagen für ihre Beurteilung der Situation Video- und Fotomaterial vor, welche zeigen, wie verabscheuungswürdig die Tötungsmethoden bei der Robbenjagd sind, „Die jungen Robben sind den Jägern völlig schutzlos ausgeliefert. Sie werden niedergeknüppelt oder angeschossen. Viele Tiere sind nicht sofort tot. Sie werden lebendig gehäutet“, so Laura Zimprich von der Tierschutzorganisation animal public e.V.. Dies alles geschieht auf dem Hintergrund des Wissens darum, dass Robben Schmerz, Stress und Angst empfinden. Welch eine bestialische Schlachterei seit Jahren. Jährlich werden etwa 300.000 Robben auf diese erbärmliche Art und Weise qualvoll getötet. Und obwohl man dies seit Jahren weiß und jedes Jahr auch Politiker immer wieder die kanadische Regierung um einen Stopp dieser schmutzigen Jagd ersuchen – passiert ist nichts. Wie wenig wirksam auch öffentliche Kampagnen gegen die Robbenjagd sind, wird dadurch belegt, dass die Lust am Kauf von Robbenfellen, die für Pelze und eine Vielzahl von Pelzaccessoires Verwendung finden, nicht nachgelassen, vielmehr sogar zugenommen hat. Den Käufern solcher Produkte scheint es völlig egal zu sein, unter welchen Bedingungen die Pelzindustrie an ihre diesbezüglichen Waren kommt.
Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
Weitere Informationen bei:
Judith Brettmeister, aktion tier – Geschäftsstelle München, Tel.: 089–75969252 (Judith.Brettmeister@aktiontier.org),
Laura Zimprich, animal public e.V., Tel.: 0211-56 949 730, (Info@animal-public.de).
aktion tier – menschen für tiere e.V.
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