München/Berlin/Sachsenhagen, 14.04.2005. Zahlreiche Exoten konnten erfolgreich von der Wildtierstation des Deutschen Tierhilfswerks e.V. am Sachsenhäger Stadtwald vermittelt werden. Seit drei Jahren nimmt die Station verletzte und verwaiste Wildtiere, sowie beschlagnahmte exotische Tiere auf. Die Tiere aus der Auffangstation werden nur an seriös geführte zoologische Einrichtungen weitergegeben.
So konnte erfolgreich ein Luchs vermittelt werden, der von den Behörden aus einer Privathaltung beschlagnahmt worden und in die Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen gebracht worden war. Nur drei Wochen blieb die Raubkatze auf der Station bis ein neuer Platz in einem süddeutschen Wildpark gefunden wurde. In dem ca. 2.000 m² großem, naturnah gestaltetem Gehege lebt der elfjährige Luchskater nun mit mehreren Artgenossen.
„Das Pflegen bzw. Gesundpflegen von heimischen Wildtieren und Exoten ist nur eine wichtige Aufgabe in der Wildtierstation“, führt Dr. Florian Brandes aus. „Eine weitere schwierige Aufgabe ist es, die Tiere anschließend in eine professionell geleitete und von den zuständigen Behörden zur Aufnahme autorisierte zoologische Einrichtung zu vermitteln“, so Dr. Florian Brandes weiter.
Zu Beginn dieses Jahres konnten in der Wildtierstation in diesem Bereich bereits beachtliche Vermittlungserfolge erzielt werden. Unter anderem fand ein Truthahngeier, dessen Heimat Südamerika ist, eine neue Bleibe in einem Wildpark. Ebenso zwei Präriehunde, die nun ein ehemaliges Murmeltiergehege in einem Zoo bewohnen. Auch zum europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für die Seychellen-Riesenschildkröte am Zoo Zürich konnten schon zwei Tiere beigesteuert werden.
„Besonders große Probleme in der Vermittlung bereiten jedoch Arten, wie der Grüne Leguan, die relativ einfach gekauft werden können. Tausende dieser großwüchsigen Reptilien werden jährlich nach Deutschland importiert und gelangen in die Hände unerfahrener Tierhalter“, schildert Judith Schmalzl vom Deutschen Tierhilfswerk in München. Dr. Florian Brandes weist darauf hin, dass derzeit in der Wildtierstation 19 Grüne Leguane vergeblich auf Vermittlung warten, da die meisten Zoos diese Art schon in ihrem Tierbestand haben. Immer häufiger werden in der Wildtierstation Grüne Leguane, die illegal in der freien Natur ausgesetzt wurden, als Fundtiere eingeliefert. Im kalten Klima Deutschlands können sie nicht überleben.
Das Deutsche Tierhilfswerk fordert deshalb ein Importverbot für diese Tiere.
Weitere Informationen bei:
Judith Schmalzl, Geschäftsstelle München, Tel.: 089-35752-202 (Judithschmalzl@tierhilfswerk.de),
Dr. med. vet. Florian Brandes, Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen, Tel.: 05725-708730 (Florian.Brandes@wildtierstation.de).
DEUTSCHES TIERHILFSWERK E.V.
Pressestelle
Kaiserdamm 97
14057 Berlin
Tel.: 030-301038-33
Fax: 030-301038-34




