
Berlin, Meissen 09.01.09. In einer beispiellosen Rettungsaktion wurden Ende Oktober letzten Jahres 16 erwachse Katzen sowie 2 Katzenbabys aus der vermüllten und heruntergekommenen Wohnung einer 73-jährigen Rentnerin in Riesa (Sachsen) befreit (aktion tier berichtete). Die Tiere waren bis auf die Knochen abgemagert und krank. „Unsere Rettung kam gerade noch rechtzeitig, bevor weitere Tiere elendig verhungert wären“, berichtet die Diplom-Biologin Ursula Bauer von aktion tier Berlin. Inzwischen haben sich die Katzen im Tierheim Meissen erholt und werden langsam zutraulich. „In absehbarer Zeit werden wir zumindest die zahmsten Tiere vermitteln können“; erklärt Mario Assmann vom Tierheim Meissen.
„Wir haben uns nicht nur um die Tiere, sondern auch sehr intensiv um die Halterin, die an einer schweren Form des sogenannten Messie-Syndroms leidet, gekümmert“, ergänzt Ursula Bauer von aktion tier. Von dieser psychischen Störung betroffene Menschen sammeln Dinge, können in der Regel ihre Wohnung nicht ordentlich halten und haben zunehmend Probleme mit der Organisation selbst einfacher Alltagsaufgaben. Frau W. war bereits in völlige Resignation versunken – zu viele Katzen, soziale Isolation, zu große Probleme, keine Kraft für eigene Lösungen, keine Hilfe von außen. Ihr war ihr ganzes Leben über den Kopf gewachsen. Vor allem die unkontrollierte Vermehrung der 3 Katzen, mit denen das ganze Drama vor einigen Jahren begann.

Wie Nachforschungen ergaben war der Strom in der mit Katzenkot und –urin kontaminierten Wohnung schon seit Jahren abgeschaltet. Frau W., die seit geraumer Zeit unter rechtlicher Betreuung stand und täglich von einem Pflegedienst Medikamente gebracht bekam, lebte von 230 Euro Rente im Monat.
„Da wussten mehrere offiziellen Stellen seit Jahren um das menschliche und tierische Elend in der Haltenstrasse und niemand hat geholfen“, kritisiert Ursula Bauer von aktion tier Berlin. Erst die Tierschützer sorgten dafür, dass Frau W. in ein Krankenhaus gebracht wurde. Nach einigen Tagen sollte die Rentnerin jedoch wieder zurück in ihre als unbewohnbar zu bezeichnende Wohnung gebracht werden. Durch intensive Pressearbeit und hartnäckige Bitten beim Landrat des Landkreises konnte dies verhindert werden. Frau W. lebt nun dauerhaft in einem Seniorenheim in Riesa.
TV-Hinweis:
RTL berichtet am kommen Sonntag, den 11.01.2009 ab 23:05 Uhr in der Sendung „Spiegel TV Magazin“ und VOX am 13.01.2009 in der Sendung „Spiegel TV Extra“ ab 23:15 Uhr über die Rettungsaktion, siehe auch Spiegel TV Website unter: http://www.spiegel.de/sptv/extra/0,1518,599113,00.html
Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
Weitere Informationen bei:
Diplom-Biologin Ursula Bauer, aktion tier – Geschäftsstelle Berlin, Tel.: 0178 – 4550868 (Berlin@aktiontier.org).
aktion tier – menschen für tiere e.V.
Pressestelle
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Januar 14th, 2009 at 16:44
[...] alte Besitzerin aus deren verwahrlosten Wohnung. Einen ausführlichen Bericht dazu findet man hier [...]
September 6th, 2011 at 21:35
Wie ist die Sache denn weitergegangen? Wie geht es den Katzen und Frau W. jetzt? Ich hoffe, sie konnten sich von dem Alptraum erholen – und die Behörden, die von dem Elend wußten und nichts unternahmen, haben ganz gewaltig eins auf den Sack bekommen!