Berlin/München, 19.04.07. aktion tier begrüßt die Entscheidung des zweitgrößten Lebensmittelhändlers REWE, Kaninchenfleisch, das unter tierquälerischen Bedingungen produziert wurde, aus dem bisherigen Sortiment zu nehmen. Judith Schmalzl von der aktion tier – Geschäftsstelle in München führt dazu aus: „Das war die beste Nachricht seit Monaten. Wir hoffen nun, dass die Entscheidung von REWE und damit auch die unter der Marke REWE geführten Geschäfte wie, toom, Penny, Fegro/Salgros und Karstadt-Feinkost, Signalwirkung für andere Handelsketten hat.“
In über 100 Kaninchenfarmen werden bundesweit Tausende von Mast- und Zuchtkaninchen gehalten. Schätzungsweise 20 Millionen Kaninchen werden jedes Jahr in Deutschland verzehrt.
aktion tier liegt erschreckendes Videomaterial aus deutschen Kaninchenmastställen vor:
In winzigen, dicht übereinander gestapelten Drahtkäfigen, vegetieren die Tiere vor sich hin. Da es kein Einstreu gibt, schneidet das scharfkantige Drahtgeflecht in die Ballen. Ein Aufrichten oder Hoppeln oder gar Weitspringen, alles Wesensmerkmale dieser Tiere, ist unmöglich. Die Käfiginsassen sind zu langweiligem Nichtstun verurteilt. Diese Haltungsbedingungen gehen nicht spurlos an den Kaninchen vorüber. Das Videomaterial zeigt Verletzungen, wie entzündete, rot unterlaufene Augen und schwere Verhaltensstörungen, wie kannibalistisches Ohren- und Schwanzabbeißen. Ebenso häufig sind Prellungen, Wirbelsäulenverkrümmungen und Muskeldegeneration. Verhaltensstörungen, wie Gitternagen oder ein endloses „Sich-um-die-eigene-Achse“ drehen, sind üblich.
Nach 12 Wochen voller Qual haben die Mastkaninchen ihr Schlachtgewicht von 3,2 kg erreicht. Aufgrund der schrecklichen Haltungsbedingungen sterben bereits 10 % der Tiere vorher. Dies alles ist möglich, weil es in Deutschland keine einheitliche und rechtsverbindliche Haltungsverordnung für Kaninchen gibt. Die Mäster können deshalb im eigenen Ermessen die Kaninchen halten.
Seit Jahren versucht aktion tier mit Unterschriftenlisten, Briefen und Aktionen, dass das Verbraucherschutzministerium sich mit dem Thema Kaninchenmast auseinander setzt und eine Haltungsverordnung erlässt. Mit REWE wird nun Druck durch einen Handelskonzern auf das Verbraucherschutzministerium ausgeübt, denn REWE fordert von seinen Lieferanten, die Haltung der Kaninchen zu dokumentieren.
Nicht die Politik handelt, sondern ein Wirtschaftskonzern, der auf die Belange der Konsumenten Rücksicht nimmt. Eigentlich sollte diese Rücksichtnahme auch die Politik auszeichnen.
Videomaterial zum Thema Kaninchenmast kann über das Deutsche Tierschutzbüro Tel.: 0228-2999967 bzw. www.tierschutzbilder.de angefordert werden.
Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
Weitere Informationen bei:
Judith Schmalzl, aktion tier – München, Tel.: 089- 75 969 252 (Judith.Schmalzl@aktiontier.org)
aktion tier – menschen für tiere e.V.
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