Berlin/München, 15.12.2006. Für Haustiere ist Silvester alles andere als ein Anlass zur Freude. Ganz im Gegenteil – vor allem ein Großteil der Hunde reagiert regelrecht hysterisch auf die Knallerei. Die Vierbeiner leiden in der Fachsprache unter Geräuschangst. Tierbesitzer, die in dieser Situation beruhigend auf sie einwirken, meinen es gut, handeln aber gänzlich falsch. Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin der aktion tier e.V. erklärt warum: “Wenn der Besitzer um zwölf Uhr mit seinem Tier unter die Bettdecke kriecht und es tröstet während es knallt, fühlt es sich in seiner Angst noch bestätigt. Es denkt sich, wenn mein Herrchen mir jetzt so viel Aufmerksamkeit schenkt, muss etwas besonders Schlimmes los sein. Daher ist es am besten, als Halter die Angst des Tieres völlig zu ignorieren. Damit demonstriert man dem Hausgenossen, dass gar nichts besonders los ist.“

Präventiv sollte die Silvesternacht mit ängstlichen Tieren an einem ruhigen Ort, wo möglichst wenig Raketen gezündet werden, verbracht werden. Trainingseinheiten mit Geräusch-CDs können im Vorfeld langfristig zu einer Besserung führen. Für besonders panische Tiere kommt eine medikamentelle Versorgung in Betracht. Dies muss natürlich in enger Absprache mit dem Haustierarzt erfolgen. Es können dabei weniger stark wirksame Mittel wie Pheromone zum Einsatz kommen, aber auch echte Psychopharmaka mit einer angstlösenden Wirkung stehen für extrem empfindliche Tiere zur Verfügung. Letztere müssen über mehrere Tage und nach Silvester in abnehmender Dosierung verabreicht werden. Daher sollten sich interessierte Tierbesitzer schon jetzt mit ihrem Tierarzt in Verbindung setzen, um die Vorgehensweise im Detail abzustimmen.

Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Dr. med. vet. Tina Hölscher, Veterinärin bei aktion tier, Tel.: 089-89146676, Mobil: 0177-2451198 (tierarzt@aktiontier.org).

aktion tier – menschen für tiere e.V.

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