Der heutige Kabinettbeschluss zum Seehofer-Käfig für ‘Legehennen’ bedeutet für den Bundesverband Menschen für Tierrechte Verfassungsbruch und Missachtung des Bürgerwillens. Der Verband fordert Widerstand seitens der Bevölkerung.

Unmittelbar nachdem heute der Landwirtschaftsausschuss des Bundestages mit den Stimmen der Großen Koalition die Anträge von “Bündnis90/Die Grünen” und “Die Linke” auf Beibehaltung des Verbots der Hennenkäfige abgelehnt hat, bekommt Minister Seehofer grünes Licht vom Kabinett: die herkömmliche und verfassungswidrige Käfighaltung wird bis 2009 verlängert. Außerdem werden ungeprüfte neue Käfige zugelassen. Diese sind nach Expertenmeinung so eng und niedrig, dass sie den Hennen ein artgerechtes Leben weiterhin nicht ermöglichen.

Damit würde sich der Bundesminister nach Ansicht des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte den Interessen derAgrarindustrie beugen und Millionen Tierfreunde in Deutschland zur massiven Gegenwehr herausfordern. Zudem steht für den Verband außer Frage: Der Seehofer-Käfig setzt sich über das grundgesetzlich verbürgte Staatsziel Tierschutz hinweg und ist auch nicht mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1999 sowie mit den Wertvorstellungen der Mehrheit der Wähler vereinbar.

“Dieselben Politiker, die von Einbürgerungswilligen den Eid auf die Verfassung verlangen, treten sie beim Tierschutz ungeniert mit Füßen”, urteilt Dr. Pedro de la Fuente, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.

“Holen Sie die Tiere aus dem Käfig”, appelliert de la Fuente an die Bürger – durch Kaufboykott, Petitionen, Demonstrationen, alle Mittel des zivilen Ungehorsams und öffentlicher Bekanntmachung der Betriebe, die sich für den Seehofer-Käfig entscheiden, sollte deutlich gemacht werden, dass agrarindustrielle Tierquälerei in Deutschland nicht erwünscht ist. Der Verbraucher dürfe es nicht zulassen, dass Deutschland einen Spitzenplatz im Verschleiern von Tierquälerei einnehme.

Pressemitteilung
Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Datum: 10.05.2006

Share