Robbenjagd 1.jpg

Berlin/München, 20.03.2006. Das Deutsche Tierhilfswerk e.V. startet am heutigen Montag eine Unterschriftenkampagne gegen das sinnlose Töten von Robben und fordert gleichzeitig die Bundesregierung auf, ein Importverbot für Robbenprodukte zu beschließen. Kanada sorgte schon in den letzten Jahren für negative Schlagzeilen. In nur drei Jahren, von 2003 bis 2005 gestattete das zuständige kanadische Ministerium die Tötung von insgesamt einer Million Robben. Ende März soll das blutige Ritual beginnen – diesmal dürfen, ähnlich hoch wie in den vergangenen Jahren, wieder 300.000 Robben getötet werden.

In den nächsten Wochen werden Robbenjäger auf dem Eis auftauchen und die Tiere mit Knüppeln auf grausamste Weise totschlagen. Judith Schmalzl vom DeutscheN Tierhilfswerk e.V. in München beschreibt das Tiermassaker: „Beim Totknüppeln im Akkord kann es natürlich passieren, dass die Tiere „nur“ schwer verletzt sind und ihnen das Fell bei lebendigem Leibe abgezogen wird.“ Die Robben werden zur Gewinnung von Öl und Fellen erschlagen. Das Öl und Fett findet in der Nahrungs- und Kosmetikindustrie seine Verwendung.

Robbenjagd 2.jpg

Dabei gab es schon einmal eine Jagdpause, von 1983 bis 1996. Der Markt für Robbenfell brach zusammen, als die EU infolge der Proteste 1983 Einfuhrverbote für Felle von Sattelrobbenbabys und Klappmützenjungtieren beschloss. Pro Jahr wurden „nur noch“ 60.000 Sattelrobben getötet und die Robbenpopulation konnte sich etwas erholen. 1996 kehrte die grausame Jagd im vollen Umfang zurück. Als Begründung wurde angeführt, die Robben hätten sich so stark durch die Jagdpause vermehrt, dass die Kabeljaubestände kurz vor dem Zusammenbruch stünden. Die Wahrheit aber, dass es die Fischer selbst sind, die die Meere leer fischen, spielt dabei keine Rolle.

10.000 Lizenzen werden an Jäger vergeben, die zudem noch Subventionen erhalten.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die Bestände der Robben nicht indem Maße erholen werden. D.h.,es wird zu einem dramatischen Rückgang der Robbenpopulation kommen. Dabei sind noch nicht einmal die hohen Verluste von Robben durch Ertrinken miteingerechnet, wenn sich die Tiere in den Netzen der Fischer verfangen haben.

Robbenjagd 3.jpg

Das Deutsche Tierhilfswerk e.V. startet nun eine Unterschriftenkampagne gegen das Abschlachten der Sattelrobben. Zudem wird das DTHW e.V. die Bundesregierung auffordern, ein Einfuhrverbot für Robbenprodukte zu erlassen.

Das Deutsche Tierhilfswerk ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Judith Schmalzl, DTHW-Geschäftsstelle München, Tel.: 089-75969252 (judithschmalzl@tierhilfswerk.de)

Deutsches Tierhilfswerk e. V.

Pressestelle

Kaiserdamm 97
14057 Berlin

Tel.: 030-301038-33

Fax: 030-301038-34

www.tierhilfswerk.de

Share