Berlin/München, 14.05.2008. In den letzten Jahren hat sich das so genannte Jakobskreuzkraut, eine gelb blühende Pflanze aus der Gruppe der Korbblütler, massiv vermehrt. Sie wächst bevorzugt an sonnigen, trockenen Standorten auf Weiden, die nicht gedüngt werden. Fressen Großtiere diese Pflanze frisch oder auch getrocknet im Heu, kommt es zu starken Vergiftungserscheinungen. Das Toxin des Jakobskreuzkrautes schädigt die Leber irreversibel.
Häufig kommt es zu akuten Todesfällen. Doch auch ein chronisches Krankheitsbild ist bekannt. Nehmen die Tiere regelmäßig kleine Mengen auf, kommt es zunächst zu Gewichtsverlust und nervösen Störungen, Kühe geben weniger Milch. Die Tiere versterben aber auch bei langsamem Fortschreiten der Erkrankung innerhalb von wenigen Wochen.
Am giftigsten ist die blühende Pflanze, da die Blüte an sich den höchsten Giftgehalt aufweist. Eine Heilung gibt es nicht. Daher kommt der Prophylaxe größte Bedeutung zu. Die Pflanze muss zum Schutz der Tiere auf den Weiden ausgemerzt werden.
Folgende Vorgehensweise ist dabei empfehlenswert:
- frühe Mahd mit Vernichtung des Mähguts
- chemische Bekämpfung nach Beratung durch den amtlichen Pflanzenschutzdienst
- Förderung des Graswachstums durch Nachsaat und Düngung
- bei leichtem Befall Ausgraben der Einzelpflanzen vor der Aussaat
Ungeklärte plötzliche Todesfälle oder allmählicher Verfall der Tiere einer Herde ohne offensichtliche Ursache deuten auf eine Vergiftung durch Jakobskreuzkraut hin.
Sind sich Tierbesitzer nicht sicher, ob auf ihren Weiden, in der Silage oder im Heu Jakobskreuzkrautgewäsche vorkommen bzw. enthalten sind, können Proben an die Institute für Tierernährung der tiermedizinischen Universitäten geschickt werden.
Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
Weitere Informationen bei:
Dr. med. vet. Tina Hölscher, Veterinärin bei aktion tier, Tel.: 0177-2451198 (tierarzt@aktiontier.org).
aktion tier – menschen für tiere e.V.
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