Berlin/München/Düsseldorf, 30.05.2008. Seit Jahren nimmt die Zahl der privaten Reptilienhaltungen in Deutschland zu. Vielen Besitzern ist jedoch nicht bekannt, welche gesundheitlichen Gefahren mit der Haltung von exotischen Tieren im heimischen Wohnzimmer verbunden sind. Insbesondere das Risiko der Übertragung von Salmonellen, die für Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko, wie kleinen Kindern, schwangeren Frauen und alten Menschen, tödlich sein können wird bislang in Deutschland unterschätzt. Die Tierschutzvereine aktion tier e.V. und animal public e.V. raten daher von der Haltung exotischer Reptilien ab.
Immer mehr Menschen halten im heimischen Wohnzimmer Reptilien aus fernen Kontinenten. Nicht nur in Tiergeschäften, sondern auch in Baumärkten, übers Internet und bei dubiosen Tierbörsen können solche Tiere problemlos erworben werden. Gesetzlich reguliert ist bislang nur die Haltung von in ihrer Art bedrohten oder besonders gefährlichen Tieren.
Und so ist es insbesondere die Zahl der schlecht informierten Hobbyhalter, die seit Jahren dramatisch zunimmt. Die gesundheitlichen Gefahren, die mit der Haltung von Reptilien einhergehen, sind vielen nicht bekannt.
Bei Untersuchungen von in Gefangenschaft gehaltenen Reptilien wurde bei etwa 3,6% der Schildkröten, 61,0% der Echsen und 73,8% der Schlangen Salmonellen festgestellt.
Nicht nur durch den direkten Kontakt mit den Tieren können die gefährlichen Salmonellenerreger übertragen werden, warnt Judith Brettmeister von aktion tier e.V.: „Die Erreger werden auch indirekt übertragen, daher ist äußerste Vorsicht geboten. Besonders gefährdet sind kleine Kinder, schwangere Frauen und alte Menschen.“ In England und den USA kam es bereits zu Todesfällen. Mehrere Kinder starben, nachdem sie sich bei den Reptilien, die ihre Eltern hielten, mit Salmonellen infiziert hatten. Die englischen und amerikanischen Gesundheitsbehörden warnen daher ausdrücklich vor dem Gesundheitsrisiko, dass die private Reptilienhaltung darstellt.
Auch Laura Zimprich, Sprecherin des Vereins animal public e.V., rät zur Vorsicht: „Privatpersonen sollten auf die Haltung von Reptilien verzichten. Sie stellt ein Gesundheitsrisiko für die Halter, deren Familie, aber auch für Freunde und Bekannte dar.“
Menschen, die mit Reptilien in Kontakt gekommen sind, und Krankheitssymptome mit wässrigem oder blutigem Durchfall, Bauchkrämpfe oder Fieber haben, sollten unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen.
Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
Weitere Informationen bei:
Judith Brettmeister, aktion tier – Geschäftsstelle München, Tel.: 089 – 75 969 252 (Judith.Brettmeister@aktiontier.org),
Laura Zimprich, animal public e.V., Tel.: 0211-56949730, (info@animal-public.de).
aktion tier – menschen für tiere e.V.
Pressestelle
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November 30th, 2008 at 21:45
Guten Tag!
Ich habe mich über mehrere Internetseiten in das Thema eingelesen und bin der Meinung, das das ganze sicher nicht zu unterschätzen ist.
Bei den immer häufiger werdenden Hobbyhaltern die sich wirklich nicht mit ihren Tieren auskennen, könnte es wirklich zu einer Gefahr werden.
Manche zählen Reptilien zu “Spieltieren” oder auch “Kuscheltieren”, was absoluter Irrglaube ist.
Sie tun diesen Tieren noch nicht einmal etwas Gutes, wenn sie denken sie müssten dem Tier körperliche Nähe oder “Bespielung” geben.
Bei mir hat von Anfang an die Hygiene in der Terraristik eine große Rolle gespielt, z. B. beim Umgang mit mehreren Tieren in mehreren Terrarien, wenn man von einem Terrarium ins nächste fasst (allein schon um bestandsübergreifende Infektionen zu vermeiden).
Es sollte auf jeden Fall Standard sein, nach dem Tierkontakt die Hände zu desinfizieren, bzw. zu waschen.
Die Übertragung von bspw. Salmonellen an Kinder oder Gäste sollte ganz einfach mit einem Terrarienschloss zu unterbinden sein, welche es schon für ca. 7 Euro im Fachhandel, Internet oder Börsen zu kaufen gibt.
Die Sicherung eines Terrariums ist meines Wissens sogar in manchen Bundesländern Pflicht.
MfG,
Jens Albert