Lieber Gott, bitte schicke mir jemanden der sich um mich kümmert!
Ich bin müde vom Laufen, ich bin krank vor Verzweiflung.
Mein Körper tut weh, er ist vor Schmerzen zugrunde gerichtet.
Und lieber Gott, ich bete, während ich durch den Regen laufe,
daß jemand mich lieben und mir ein Zuhause geben wird.
Ein warmes gemütliches Bett, das nur mir gehört.
Mein letzter Halter hat mich vernachlässigt und mich verjagt,
um Müll zu durchstöbern und als Streuner zu leben.
Aber jetzt, Gott, bin ich müde und hungrig und mir ist kalt.
Und ich befürchte, daß ich nicht alt werde.
Sie haben mich mit Stöcken gejagt und mich mit Steinen beworfen,
während ich durch die Straßen laufe und nur nach Knochen suche!
Ich bin nicht wirklich böse, Gott, bitte helf mir, wenn Du kannst.
Weil ich ein “Opfer des Menschen” geworden bin!
Ich bin verwurmt, lieber Gott, ich bin flohgeplagt,
und alles, was ich will, ist ein Halter, dem ich dienen kann!
Wenn Du einen für mich findest, Gott, werde ich versuchen, lieb zu sein.
Ich werde nicht fortlaufen und ich werde tun, was von mir verlangt wird.
Ich glaube nicht, daß ich alleine lange überleben werde,
weil ich so schwach werde und so alleine bin.
Jede Nacht, wenn ich in den Gebüschen schlafe, weine ich,
weil ich solche Angst habe, Gott, daß ich sterben werde!
Und ich habe so viel Liebe und Zuneigung zu geben,
daß mir eine Chance auf ein Überleben gegeben werden sollte.
Also lieber Gott, BITTE, BITTE erhöre mein Gebet
und schicke mir jemanden der sich WIRKLICH um mich kümmert.
Das Gedicht, das ursprünglich aus Istanbul/Türkei vom Tierrechts-Anwalt Ahmet Kemal Senpolat stammt, wurde uns von Adile und Marco Pannicke zugesandt. Übersetzung: Anne Melchior. Vielen Dank dafür.




