Berlin/ München, 09.11.2010. Gänse werden vorwiegend in den letzten Monaten des Jahres verspeist. Durch den saisonalen Heißhunger hat für die Gänse am Martinstag, dem 11. November und  zur Weihnachtszeit das letzte Stündlein geschlagen. In Deutschland werden  4.000 t pro Jahr Gänsefleisch produziert und damit ein Selbstversorgungsgrad von 13% erreicht. Die restlichen 87% werden aus Ungarn und Polen importiert.

Wer nicht auf Geflügelfleisch verzichten möchte, sollte beim Kauf genau darauf achten was er sich in seinen Einkaufskorb legt und zwar nicht nur aus Gründen des Fleischgeschmacks, sondern auch wegen des Tierschutzgedankens.

Bei Gänsen gilt es zu unterscheiden zwischen Stopf-, Mast-, Weide- und Biogänse. Obwohl beim fertigen Braten selten Unterschiede festgestellt werden können, ist es doch ganz entscheiden in welcher Haltungsform die Gänse gehalten wurden.

Die schlimmste Haltungsform ist die der Stopfgans. Eigentliches Ziel bei der Stopfgans ist die Gänsestopfleber, deren Produktion in Deutschland verboten ist, aber aus Ungarn, Rumänien und Frankreich importiert werden darf. Den Stopfgänsen wird alle drei bis vier Stunden ein langes Metallrohr in den Schnabel gerammt, das bis zum Magen reicht. Durch das Metallrohr wird ein gesalzener Maisbrei gestopft. Häufig kommt es zu schweren Verletzungen bei den Tieren.
Mastgänse erreichen bereits nach 12 Wochen Schlachtreife. Diese schnelle Gewichtszunahme wird mit Mastfutter und möglichst wenig Bewegungsfreiheit erreicht. Zusammengepfercht in riesigen Hallen bei Dämmerlicht vegetieren die Tiere vor sich hin. Körperliche Folgeschäden wie Atemnot, Knochenbrüche und Gelenkentzündungen sind vorprogrammiert.

Weidegänse oder Gänse aus Freilandhaltung haben es da ein bisschen besser. Sie haben „auf der Weide“ Auslauf und werden erst nach 28 Wochen geschlachtet. Das Fleisch ist von besserer Qualität und kostet dementsprechend mehr.

Biogänse haben viel Auslauf und können auch ein Wasserbad genießen. Das Futter muss aus biologischem Anbau stammen. Das Fleisch ist qualitativ hochwertig.

Judith Brettmeister von der aktion tier – Geschäftsstelle münchen rät deshalb: „ Ganz gleich ob Huhn, Gans oder Ente, Geflügelfleisch nur in Bioqualität zu kaufen. Der höhere Preis ist nicht nur durch die gesündere Qualität und dem besseren Geschmack des Fleisches gerechtfertigt, sondern auch dem Tierschutz geschuldet.“

Bildmaterial zu Thema Mastgänse und Gänsestopfen erhalten Sie beim Deutschen Tierschutzbüro unter www.tierschutzbilder.de (Tel.: 0221-20463862).

Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Judith Brettmeister, aktion tier – Geschäftsstelle München, Tel: 089-75 969 252 (Judith.Brettmeister@aktiontier.org).

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