Der Ausbau des Nürnberger Delfinariums muß gestoppt werden!

Schreibt an die PolitikerInnen des Nürnberger Kulturausschuss und fordert Sie auf, den noch ausstehenden Zuschuss in Höhe von ca. 7 Millionen Euro nicht zu bewilligen. Die Entscheidung darüber soll am Freitag, den 13. Juli im Kulturausschuss fallen.

Obwohl bereits 34 Tiere frühzeitig ums Leben gekommen sind, soll das Becken erweitert werden. Das vorgeschobene Argument lautet Delfintherapie, die aber auch von Behindertenverbänden und Experten abgelehnt wird.

Mit zahlreichen Protesten können wir die geplante Vergrößerung des Delfinariums verhindern und somit eine Schließung des Delfinariums erreichen!

Protestadressen:

CSU:

kb@kerstin-boehm.de

britta.bungartz@t-online.de

u.hoelldobler-schaefer@web.de

helmbrecht@helmbrecht-schmidt.de

barbara.regitz@t-online.de

SPD:

theoagath@aol.com

piscis@t-online.de

aproelsskammerer@aol.com

spd@stadt.nuernberg.de

gerlind.zerweck@nefkom.net

zadek@t-online.de

Die Grünen:

juergen_wolff@fraktionen.stadt.nuernberg.de
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Hintergrund:

5.7.2007
NÜRNBERGER NACHRICHTEN

CSU: Lagune sorgt für Unruhe
In der Fraktion wird Forderung nach einem Ausstieg laut

In den Reihen der Nürnberger Stadträte wächst die Besorgnis angesichts der hitzigen Diskussion in der Bevölkerung über die Delfintode und den Bau des teuren Lagune-Projekts.

In der jüngsten Sitzung der CSU-Stadtratsfraktion entbrannte überraschend eine zirka einstündige heiße Debatte über die Lagune. Stadträte übten massive Kritik an den hohen Baukosten der Delfinlandschaft, wie Teilnehmer der Lokalredaktion berichten. Die sprunghaft von zehn auf 17 Millionen Euro angewachsenen geschätzten Kosten seien ein weiterer Beleg für eine «unfähige städtische Bauverwaltung» und schon die zweite Katastrophe in kurzer Zeit nach der Planungsverzögerung beim Umbau der Fränkischen Galerie, so die Vorwürfe. Die Kritiker schließen offenbar nicht aus, dass der Kostenrahmen noch einmal auf eventuell über 20 Millionen Euro steigen könnte.

Neben den CSU-Stadträt(inn)en Volker Meyer, Renate Höfler und Sabine Niedermeyer machte den Aussagen der Teilnehmer zufolge in der Sitzung auch Finanzreferent Wolfgang Köhler (CSU) große Bedenken geltend. Viele Tierarten im Nürnberger Tiergarten seien schlecht untergebracht; kann man sich da erlauben, für ein teures Prestigeprojekt wie die Lagune so viel Geld auszugeben? Es stelle sich die Frage, wann die Partei sich zu einem Ausstieg aus dem Lager der Projektbefürworter entschließe.

Ende August wird ein Gutachten der Firma Rödl zur Lagune erwartet. Ob dies nicht ein geeigneter Zeitpunkt sei, um auszusteigen, fragten Ratsmitglieder. Doch CSU-Fraktionschef Michael Frieser will offenbar am Lagune-Projekt festhalten und lehnt auch einen so genannten Plan B ab, der für den Fall der Fälle (etwa, wenn auch die SPD ihre Meinung ändern sollte) einen geordneten Rückzug als Ausstiegsszenario vorsieht.

Frieser und andere Befürworter der Delfinzucht verweisen auf die Magnetwirkung des Delfinariums auf Besuchergruppen aus der ganzen Metropolregion und darüber hinaus. Noch scheut die Fraktionsspitze vor einem Kehrtschwenk zurück, weil sie befürchtet, als Umfaller verspottet zu werden. Andere warnen allerdings vor dem Risiko, die Stimmung in der Bevölkerung könne sich radikal gegen das Delfinarium wenden. hpr

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Pressemiteilung – Andreas Morlok ist gestartet – 500 Kilometer Barfußmarsch für die Freiheit der Delfine –

Der 34. Todesfall und damit der sechste tote Delfin in einem Jahr im Nürnberger Delfinarium

RADOLFZELL, 06.07.2007 – Der Delfin- und Walschützer Andreas Morlok hat seine Ankündigung wahrgemacht und ist zu einem 500 Kilometer langen mehrwöchigen Barfußmarsch gegen die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft aufgebrochen.

Mit einem Delfin-Sarg-Anhänger wird Morlok von seiner Heimatstadt Radolfzell am Bodensee bis nach Nürnberg marschieren. Der 41-jährige Unternehmensberater und Buchautor möchte ein Zeichen setzen und auf die Probleme der Delfinhaltung aufmerksam machen. Ziel des Aktivisten ist es, die restlichen vier (Nürnberg, Soltau, Duisburg und Münster) von ehemals neun Delfinarien in Deutschland zu schließen. Dazu hat er ein Aktionsbündnis ins Leben gerufen und nach seiner Aussage, „die größte Kampagne gegen die Delfinarien” gestartet.

„Mit meinem Barfuß-Marsch möchten wir Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erregen und die Bevölkerung für die Problematik – Delfinarien – sensibilisieren. Der Protest gegen das Delfinarium in Nürnberg steht stellvertretend für alle Delfinarien, in denen Meeressäuger gefangen gehalten und für kommerzielle Ziele ausgebeutet werden.
Am Beispiel des Nürnberger Delfinariums ist nur zu deutlich zu sehen, dass die Gefangenschaft der Delfine mit unvorstellbarem Leid verbunden ist. Alleine die Statistik der durch Krankheiten, Unfälle und Totgeburten frühzeitig ums Leben gekommenen Tiere spricht eine deutliche Sprache.

Das Programm der Nachzucht ist gescheitert. Von 21 Nachzuchten sind bereits 17 gestorben, die meisten kurz nach der Geburt. Die Delfintherapie ist nicht erfolgversprechend, teuer und nirgendwo als langfristige Methode zur Heilung von behinderten Kindern anerkannt. Die Bundestagsfraktion der Grünen kommt, nach einer kürzlich in Berlin stattgefundenen Fachtagung, zu dem Ergebnis, dass Bund und Länder Alternativen zur Delfintherapie fördern müssen und dass der Neu- und Ausbau von Delfinarien und die Einfuhr von Delfinen untersagt werden muss, bis erwiesen ist, dass keine andere Therapie die Delfintherapie ersetzen kann.

Diese Art der Zurschaustellung für die Unterhaltung des Menschen ist Tierquälerei und kann und darf nirgendwo mehr eine Legitimation finden. Die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft ist zudem nicht artgerecht. Es gibt Delfine, die in Gefangenschaft Selbstmord verübt haben, weil sie in der Tristesse ihres stumpfsinnigen und monotonem Lebens in den kleinen Betonschüsseln ihren Lebenswillen verloren haben. Sie öffnen ihr Luftloch und ertrinken oder rammen ihre Schädel gegen eine Betonwand. Delfine gehören ins Meer (sie heißen nicht ohne Grund Meeressäuger) und dürfen nicht zur Belustigung und für kommerzielle Ziele in trostlosen Betonschüsseln ausgebeutet werden. Die Delfinarien sind längst nicht mehr zeitgemäß und die Anlagen in Deutschland müssen für immer geschlossen werden. Die meisten Freizeitparks und Zoos in Europa verzichten mittlerweile auf die Haltung von Delfinen, weil sie erkannt haben, dass Delfine für die Haltung in solchen Gefängnissen nicht geeignet sind. In England wurden bereits alle der über 30 Einrichtungen geschlossen.

In Nürnberg scheinen die Verantwortlichen von dieser Einsicht wohl noch weit entfernt zu sein. Anstatt das Delfinarium zu schließen, ist der Ausbau dieser schon längst im Kreuzfeuer der Kritik stehenden Anlage geplant. Mindestens 17 Millionen € für ein Prestigeprojekt auszugeben ist keine Haltungsverbesserung für die Delfine, sondern eher  ein in den Sand gesetztes persönliches Denkmal einzelner Personen.

Sollte dieses Außenbecken wirklich gebaut werden, ist davon auszugehen, dass, wie auch in der Vergangenheit oft geschehen, wieder weitere Wildfänge nach Nürnberg gebracht werden, die über Umwege eingeführt werden. Auch wenn die Tiere über andere Anlagen kommen und rechtlich gesehen nicht mehr als Wildfänge bezeichnet werden, sind es dennoch Tiere, die aus Delfinfamilien in der freien Natur entrissen wurden.

Nürnberg trägt eine schwere Verantwortung und ist mit seinem Delfinarium und dessen großem „Tierverbrauch“ an der Ausplünderung und Zerstörung des marinen Ökosystems direkt beteiligt,” so die Meinung des Aktivisten.

Alle Informationen zu dieser Aktion sind im Internet erhältlich: www.walschutzaktionen.de

oder www.die-delfinbefreier.de

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Eine Initiative zum Schutz
der Delfine und Wale von:

Andreas Morlok

Haydnstr. 1
D-78315 Radolfzell
Telefon: 0173 43 585 96
Internet: http://www.walschutzaktionen.de
E-Mail: walfahrt@t-online.de

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