Verschiedene Verhaltensmuster können zu Problemen führen
Hunde und Katzen sind keine Erzfeinde. Zahllose Beispiele beweisen das Gegenteil, denn in vielen Haushalten leben diese beiden Vierbeiner friedlich miteinander.
Katzen und Hunde zählen seit vielen tausend Jahren zu beliebten Haustieren. Katzen wurden bereits bei den alten Ägyptern als Rattenfänger eingesetzt und waren hoch angesehen; Hunde fanden ihren Einsatz unter anderem bei der Jagd, auf Kriegszügen und als Wächter von Hab und Gut. Das Zusammenleben – oder das «Nebeneinanderleben» – dieser Vierbeiner hat folglich Tradition.
Körpersprache führt zu Missverständnissen
Das bedeutet natürlich nicht, dass die Beziehung zwischen Katzen und Hunden immer ungetrübt ist. Oft sieht man haarsträubende Szenen, zum Beispiel wie Katzen ihre Krallen in zarte Hundenasen graben oder erboste Hunde zähnefletschend die Verfolgung eines Stubentigers aufnehmen. Solche Zwischenfälle kommen nicht von ungefähr, denn Katzen und Hunde verfügen über grundverschiedene Verhaltensmus-ter, deshalb kommt es bei ihrer Körpersprache oft zu gegenseitigen Missverständnissen.
Während Hunde ihrer Freude zum Beispiel durch heftiges Schwanzwedeln Ausdruck verleihen, bedeutet bei Katzen das Hin- und Herschlagen des Schwanzes nichts Gutes. Sie signalisieren dadurch Missmut und kündigen unter Umständen auch einen bevorstehenden Angriff an. Ähnlich verhält es sich mit einer anderen, für beide Tierarten charakteristischen Geste: dem Anheben einer Vorderpfote. Während Hunde durch das Heben eines Vorderbeines eine Aufforderung zum Spielen signalisieren, empfinden Katzen es als Aggression. Ein katzenunerfahrener Hund, der das als freundschaftliches Signal einstuft, kann unter Umständen ein böses Erwachen erleben.
Solche Missverständnisse sind natürlich wenig förderlich für eine friedliche Kommunikation.
Hund zu Katze oder umgekehrt?
Besonders vorteilhaft ist es, wenn Hund und Katze zusammen aufwachsen, denn diese Konstellation bietet die optimalsten Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenleben. Wenn ein Tier erst später in den Haushalt kommt, lehrt die Erfahrung, dass es einfacher ist, einen Hund in den Haushalt einer erwachsenen Katze zu integrieren, als den alteingesessenen vierbeinigen Freund mit einer ausgewachsenen Katze zu überraschen.
Kommt ein Hundewelpe ins Haus, sollte allerdings peinlichst darauf geachtet werden, dass ihn die bereits im Haushalt lebende Katze nicht heillos unterdrückt. Geschieht dies doch, kann es passieren, dass man später einen ängstlichen, introvertierten Hund hat oder man Schwierigkeiten bekommt, den zum Katzenhasser mutierten Hund im Zaum zu halten.
Anders verhält es sich, wenn ein Hund das erste Tier im Haushalt war. Sein Verhalten gegenüber dem neuen Haustier hängt stark von seiner Erziehung ab. Ein korrekt erzogener Hund wird die neue Katze bedingungslos als Eigentum seines Besitzers akzeptieren und innerhalb kürzester Zeit zum privaten Haushalt zählen. Das bedeutet allerdings nicht, dass er auch fremden Katzen wohlgesonnen gegenübertritt.
Natürlich gibt es auch Hunde, die sich Katzen gegenüber generell aggressiv und unkontrollierbar verhalten. Vielleicht verbinden sie mit ihrem Anblick schmerzhafte Erfahrungen oder mit ihnen geht einfach der Jagdinstinkt durch.
Den Tieren Zeit geben
Eifersucht spielt beim Aufeinandertreffen ausserdem eine wichtige Rolle. Wenn sich von einem Tag auf den anderen plötzlich alles um das neue Haustier dreht, kann sich der alteingesessene Hausgenosse schnell zurückgesetzt fühlen. Dadurch entsteht Eifersucht. Das alte Haustier reagiert dann erst recht ablehnend, versteht den Neuankömmling als Konkurrenz und versucht, ihn mit allen erdenklichen Mitteln zu vertreiben. Gerade in der ersten Zeit sollte man sich darum äusserst sorgfältig um die Bedürfnisse des alten Haustieres kümmern. Es darf keinesfalls zu kurz kommen und es muss spüren, dass ihm nichts von der Zuneigung seiner Besitzer verloren geht. bn
Quelle: http://www.vaterland.li/page/liewo/artikel_aktuell_detail.cfm?ausgabe=2008-04-20&id=29394





