Berlin/München, 08.08.2011. Nahezu täglich bietet sich in der Tierarztpraxis ein grausames Bild. Bei der allgemeinen Untersuchung zum Beispiel im Rahmen einer Impfung wirft der Tierarzt einen Blick ins Maul und erblickt ein grausiges Trümmerfeld – oft im wahrsten Sinne des Wortes. Faulige, abgebrochene Zähne, übelriechender Zahnstein und Zahnfleischtaschen, aus denen der Eiter hervorquillt, sind leider alles andere als eine Seltenheit.

„Tiere leiden still, sie können ihren Schmerz kaum artikulieren“, erklärt Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V., den Umstand, warum Besitzer das Leiden ihrer Tiere nicht bemerken. „Hunde und Katzen fressen immer, auch wenn sie schlimme Zahnschmerzen haben“, berichtet sie aus der Praxis. Dabei gibt es einige untrügliche Hinweise, die achtsame Besitzer kennen sollten.

„Vermehrtes Speicheln in Kombination mit übelriechendem Atem sind fast 100%ige Anzeichen für einen faulen Zahn oder aber massiven Zahnstein“, erklärt die Tierärztin. „Zahnkranke Tiere haben einen derart ekelerregenden Mundgeruch, dass dem Menschen, der das riecht, regelrecht schlecht wird“, erläutert sie. Aber auch das Aufnehmen und wieder Fallenlassen von Futterbrocken oder das Hin- und Herschieben von Futterpartikeln im Maul, können Hinweise auf eine Zahnerkrankung des Vierbeiners sein. Fällt einem Tierhalter seltsames Fressverhalten auf, sollte er die Zähne seines Lieblings kontrollieren lassen. Die Menge des aufgenommen Futters hingegen lässt kaum Rückschlüsse auf die Situation im Maul zu.

Zur Therapie muss eine Zahnsanierung wie beim Menschen vorgenommen werden. Da die Tiere nicht still halten, ist meist eine Narkose erforderlich. Kranke Zähne werden gezogen und der Zahnstein entfernt. Zum Abschluss poliert der Tierarzt die verbleibenden Zähne sorgfältig, um erneutes Anlagern von Zahnstein zu verhindern.  Selten, bei besonders kooperativen Patienten, kann der Eingriff auch ohne Narkose erfolgen. Bei alten oder kranken Tieren muss  auf die Anästhesie oft verzichtet werden, da bei ihnen ansonsten die Gefahr bestünde, dass sie die Narkose nicht überstehen.

„Zur Vorbeugung sollten Tierbesitzer neben Feuchtfutter Hunden und Katzen immer auch Trockenfutter verabreichen“, empfiehlt Frau Dr. Hölscher. Durch den Biss auf die harten Stückchen werden Verunreinigungen am Zahn mechanisch weggeschoben und so die Anlagerung von Zahnstein verhindert.

aktion tier – menschen für tiere e.V. ist deutschlandweit eine der mitgliederstärksten Tierschutzorganisationen. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung durch Kampagnen und  Informationsveranstaltungen auf Missstände im Tierschutz aufmerksam zu machen und Lösungen aufzuzeigen, wie diesen nachhaltig begegnet werden kann.

Weitere Informationen bei:
Dr. med. vet. Tina Hölscher, Veterinärin bei aktion tier, Tel.: 0177-2451198 (tierarzt@aktiontier.org).

aktion tier – menschen für tiere e.V.
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