Berlin/München, 05.10.2010. Fast alle Erkrankungen, die beim Menschen bekannt sind, treten auch bei Tieren auf. So leiden vor allem Hunde, aber auch Katzen, Kaninchen und Pferde häufig unter epileptischen Anfällen.

„Der Besitzer ist dann regelrecht geschockt und ohne Vorkenntnisse der Situation hilflos ausgeliefert“, beschreibt Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V., den Ernstfall. Verständlich, denn ein Anfall bietet ein grauenhaftes Bild: Das geliebte Tier krampft, speichelt und ist häufig nicht mehr ansprechbar.

„Das sieht meist jedoch viel schlimmer aus, als es ist“, beruhigt die Tierärztin. Die Bandbreite der möglichen Ursachen ist groß. Von einer harmlosen Stoffwechselstörung bis zum bösartigen Gehirntumor können verschiedenste Krankheiten einen Anfall auslösen.

Aufgabe des Besitzers ist es, klaren Kopf zu behalten. Er muss vor allem darauf achten, dass das Tier sich nicht verletzt. Türen sollten geschlossen, Treppenabgänge versperrt werden. Spitze und scharfkantige Gegenstände verbringt der Halter am besten außer Reichweite des Tieres.

Oft bleibt es bei einem einzigen Anfall und die Ursache wird nie gefunden. Treten die Krämpfe hingegen häufiger auf, muss das Tier behandelt werden, oft lebenslang. „In diesen Fällen kann der Besitzer außerdem noch ein Notfallmedikament mit sich führen“, rät die Veterinärin. Bahnt sich ein Anfall an, gibt er eine Paste mittels einer Tube in den Enddarm ein. Die Gefahr eines drohenden Status epilepticus, also eines Anfalls, der nicht von selbst endet und oft im Tode mündet ist, damit deutlich verringert.

Weitere Informationen bei:
Dr. med. vet. Tina Hölscher, Veterinärin bei aktion tier, Tel.: 0177-2451198 (tierarzt@aktiontier.org).

aktion tier – menschen für tiere e.V.

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