Berlin, 09.09.2009. Berlins angeblich dickster Kater Willy ist 7 Jahre alt und wiegt 12,5 kg. Wenn er steht, berührt sein mächtiger Hängebauch beinahe den Boden. Seine schlanke Besitzerin kann die unglücklich dreinschauende, unförmige Fellwurst auf 4 Beinen kaum hochhalten. Zu sehen sind die Fotos auf der Homepage des Radiosenders 105`5 Spreeradio.
Täglich sucht der Radiosender 2 ganz besondere Berliner. Den Auserwählten spendiert Spreeradio aktuell eine Wellness-Auszeit in einem 5- Sterne Hotel. Unter der Rubrik „Berlin ganz besonders“ werden auf der Homepage des Senders eine Reihe besonderer Berliner vorgestellt: zum Beispiel eine Frau mit 11 Kindern, ein junger Mann mit der stadtweit umfangreichsten DVD- Sammlung, eine Frau mit einem 135,7 cm langen Kassenbon.
Ein besonderer Berliner ist laut Spreeradio, wer auf eigene Weise, durch sein Hobby oder seine Lebenssituation eigene Rekorde und Superlativen aufgestellt hat. Willys Frauchen gehört zu diesen Menschen. Sie hat augenscheinlich ihrem Kater ein Rekordgewicht angefüttert. Katzefüttern als Hobby? Armer Willy!
„Das Gewicht einer erwachsenen Europäischen Hauskatze liegt normalerweise zwischen 5 und 7 kg“, sagt Ursula Bauer von aktion tier Berlin. Willy ist somit deutlich übergewichtig. Die Fettleibigkeit (Adipositas) bei der Katze ist im Regelfall ernährungsbedingt. Nur äußerst selten ist eine Krankheit ursächlich. Ein derart starkes Übergewicht kann zu Herz- und Kreislaufproblemen sowie zu Diabetes führen.
Kastrierte Katzen wie Willy neigen zudem häufiger zu Gewichtsproblemen als unkastrierte Tiere. „Wir vermuten, dass Willy auch nach der Kastration einfach weiterhin seine großen Fressportionen erhalten hat, sich jedoch viel weniger bewegte als vor der OP und deshalb kontinuierlich Gewicht zulegte“, sagt Diplom-Biologin Ursula Bauer. Das Missverhältnis zwischen Energieaufnahme und Energieverbrauch wird immer größer, da sich Willy mit zunehmendem Gewicht immer weniger bewegt.
Ein verantwortungsvoller Tierhalter muss hier gegensteuern, auf Menge und Energiegehalt des Futters achten und der Katze möglichst viel Bewegung verschaffen. „Wer sein Katze fett füttert handelt ebenso tierschutzwidrig wie jemand, der sein Tier verhungern lässt“, betont Ursula Bauer von aktion tier. Der Tierschutzverein kritisiert außerdem, dass Spreeradio ein derart negatives Beispiel einer Katzenhaltung auch noch öffentlich auslobt. Als Preis winkt Willy`s Frauchen nun wohl ein Wellness- Wochenende. Viel nötiger hätte dagegen Kater Willy einen längeren Aufenthalt in einem Diäthotel für Samtpfoten.
aktion tier prüft nun rechtliche Schritte gegen die Katzehalterin aus Bohnsdorf.
Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
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Diplom-Biologin Ursula Bauer, aktion tier – Geschäftsstelle Berlin, Tel.: 030-30103831 (Berlin@aktiontier.org).
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Mai 23rd, 2011 at 13:01
Bitte macht weiter so . Der Blog ist echt Informativ. Gruß Tommy