08.05.2007. Dramatische Bergung in Tillmitsch: Ein Hund steckte stundenlang in einem Abflussrohr fest. Die Straße wurde aufgegraben, das Tier gerettet.
Hätte Annemarie Rohrer nicht das leise Bellen unter der Straße gehört, der kleine Hund der Familie Pölzl aus Tillmitsch wäre wohl qualvoll gestorben. In einem Abflussrohr mit etwa 40 Zentimetern Durchmesser, fast einen Meter unter der Oberfläche. Der 14-jährige Spitz war nämlich am Sonntag, vermutlich am frühen Nachmittag, in das Rohr unter der Straße gekrochen. Nach einigen Metern war er stecken geblieben. “Wir wissen nicht, warum er da reingekrochen ist. Er ist ja auch sonst nicht mehr viel herum gerannt”, erzählt der Hundebesitzer Karl Pölzl.
Einsatz. Auf jeden Fall wurde am frühen Abend die Freiwillige Feuerwehr Tillmitsch verständigt, die Kommandanten Erich Strauß und Franz Novak rückten umgehend mit einigen Kollegen aus. Die Ferwehrler versuchten zunächst vor zahlreichen Schaulustigen, das Tier mittels Wasser, das vorsichtig in das Rohr gespritzt wurde, und mittels langen Latten aus seiner misslichen Lage zu befreien. Ohne Erfolg. Die einzige Chance blieb, die Rohre freizulegen.
Rettung. Und so rückte Josef Kronawetter, ein Nachbar der Familie Pölzl, mit einem Bagger an. Er riss den Asphalt über dem Durchfluss auf und grub sich zum Rohr durch. Zwei der Rohrstücke wurden schließlich gehoben, der durchnässte Hund konnte gegen 21 Uhr aus seinem engen Gefängnis gezogen werden. Gestern litt der Hund jedenfalls noch unter den Nachwirkungen: “Er zittert fürchterlich, er kann auch nicht stehen und schläft viel”, erklärt Karl Pölzl, der sehr an dem Spitz hängt: “Wir haben ihn seit 14 Jahren. Er ist wie ein Familienmitglied.”
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