Berlin/Sachsenhagen,08.02.2008. Einst wurden die australischen Dingos mit allen Mitteln als Schafdiebe verfolgt. Die Bewohner Australiens errichteten sogar einen fast 10.000 km langen Zaun quer durch den Kontinent, um die Dingos Westaustraliens von den Schafen Ostaustraliens fern zu halten.
Vier dieser wilden Hunde leben zurzeit in der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen. Die Rüden kamen Anfang 2007 bei einem Privathalter zur Welt. Wegen schlechter Haltung wurden sie von den Behörden beschlagnahmt und gelangten in die niederländische Auffangstation Stichting AAP. Dort stand allerdings nur ein Zwinger zur Verfügung. Um Smokey, Bandit, Tummy und Bulletje mehr Platz zu bieten, siedelten sie nun in ein 400 m2 großes Gehege der Wildtierstation um. Ausreichend Platz zur Bewegung brauchen die vier Brüder auch: Alle leiden an der bei großen Hunden sehr verbreiteten Hüftgelenksdysplasie (HD). Die Erkrankung macht die Gabe von Spezial-Futter sowie die regelmäßige Behandlung mit Schmerzmitteln notwendig.
Australien ist der Kontinent der Beuteltiere. Andere Säuger, die nicht gerade fliegen (Fledermäuse) oder Meere durchschwimmen (Robben) können, hatten immer Probleme dorthin zu gelangen. Hundeartige gab es dort nicht; sie wurden vom heute ausgestorbenen Beutelwolf ersetzt. Erst die Aborigines erhielten vor etwa 3.500 Jahren von asiatischen Händlern urtümliche Haushunde. Einige dieser Hunde verwilderten wieder und überlebten bis in die Gegenwart – die Dingos. Die Europäer mochten die wilden Hunde nicht sonderlich. Bevor ihre Rolle bei der Bekämpfung der eingeschleppten Kaninchen erkannt wurde, verfolgte man sie als Schafdiebe mit allen Mitteln.
Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
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