Berlin/München, 06.03.2007. Ausgiebiger Weidegang in den ersten Frühjahrstagen kann für Pferde schlimme Folgen haben. Allzuschnell entwickelt sich eine Hufrehe. Dabei handelt es sich um eine extrem schmerzhafte und schwer zu therapierende Erkrankung des Pferdehufes. Die insgesamt vielfältigen Ursachen einer Huferehe sind alle auf die Haltung in menschlicher Obhut zurückzuführen. Man könnte also von einer Art Zivilisationskrankheit der Pferde sprechen. „Neben Überbelastung und Medikamenten-Unverträglichkeit ist falsche Fütterung der häufigste Auslöser für einen sogenannten Reheschub“, so Frau Dr. Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V.. Unbehandelt lockern und verdrehen sich Strukturen im Huf irreversibel. Chronische Schmerzzustände sind die Folge. Daher muss Prophylaxe in diesem Zusammenhang groß geschrieben werden. Nachfolgend die wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung eine Hufrehe:
- Die ersten Weidegänge im Jahr dürfen nur von kurzer Dauer sein. Eine halbe Stunde reicht für den Anfang. Der Verdauungstrakt der Pferde ist auf große Grasmengen noch nicht eingestellt. Über mehrere Wochen hinweg, können die Koppelzeiten dann ausgedehnt werden.
- Futterkisten müssen stets fest verschlossen sein. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich freilaufende Pferde an ihr zu schaffen machen und somit Futtermengen im Risikobereich aufnehmen.
- Die den Pferden zugemutete körperliche Belastung muss ihrem Trainingszustand angepasst sein.
- Übergewichtige Pferde sollten auf Diät gesetzt werden. Das Abnehmen muss dabei langsam erfolgen.
Bei einer akuten Reherkrankung ist schnelles Handeln notwendig. Einen Reheschub erkennt man an einer Lahmheit, die in der Regel mehrere Gliedmaßen betrifft. Die Arterien auf Höhe des Fesselkopfes pulsieren spürbar. Die Hufe sind wärmer als sonst. Da alle Symptome gemeinsam erst bei einer manifesten Rehe auftreten, sollte schon bei ersten Anzeichen ein Veterinär gerufen werden. Langfristig können spezielle Beschläge helfen, ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.
Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
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Dr. med. vet. Tina Hölscher, Veterinärin bei aktion tier, Tel.: 089-89146676, Mobil: 0177-2451198 (tierarzt@aktiontier.org).
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