Berlin/München/Paris, 18.10.2005. Tierschützer fordern seit Jahrzehnten die Abschaffung der Gänseleberpastete, da die Fettleber bei Gänsen und Enten nur durch grausame Zwangsernährung der Tiere erzielt werden kann. Während in Deutschland und Österreich die Produktion seit einigen Jahren verboten ist, Israel seit dem 01.01.05 die Herstellung des tierquälerischen Produktes im eigenen Land untersagte und sogar der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger sich für ein Verbot ab 2012 aussprach, beschreiten die französischen Parlamentarier einstimmig einen tierverachtenden Weg und sprechen sich dafür aus, dass die Stopfleber zum „nationalen und gastronomischen Kulturerbe“ erhoben wird.
Dabei handelt es sich um einen Zusatz zum Landwirtschaftsgesetz mit dem wohl einem EU-Verbot vorgebeugt werden soll. Judith Schmalzl vom DEUTSCHEN TIERHILFSWERK e.V. in München: „Es ist geradezu eine Verhöhnung der Tiere, wenn der Verbandschef der Stopfleberproduzenten sich erdreistet zu behaupten, dass die Fettleber eines Schwimmvogels nichts Krankhaftes sei.“
Gänseleberpastete wird als Delikatesse gehandelt, für die der Verbraucher einen hohen Preis bezahlt. Der Verbraucher unterstützt damit eine unglaubliche Form der Tierquälerei. Auf brutalste Art und Weise wird Hunderten von Gänsen mehrmals am Tag nacheinander ein 40-50 cm langes Metallrohr durch den Schlund bis in den Magen geschoben, damit der spezielle Futterbrei direkt in den Magen gelangt. Ziel ist es die Gänseleber pathologisch so zu verändern, dass sie in einigen Wochen von 180g auf 1.000g und mehr anwächst. Da das Rohr selten gereinigt wird, sind Infektionen bei den Tieren vorprogrammiert. Um dieses zu verhindern, werden dem Futterbrei sehr viel Antibiotika und andere Arzneimittel beigefügt.
Täglich werden 1,2 kg gequollener und gesalzener Mais und Hafer in die Mägen der Tiere gestopft - das ist das Zehnfache der Menge von dem, was eine Gans normalerweise fressen würde.
Das fordert nun abermals die Verbraucher und Verbraucherinnen auf, keine Gänse- oder Entenstopfleber zu kaufen oder im Restaurant zu essen. Der Konsument hat es in der Hand, diesen unglaublichen Beschluss des französischen Parlamentes zu unterlaufen.
Das DEUTSCHE TIERHILFSWERK ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
Weitere Informationen bei:
Judith Schmalzl, Geschäftsstelle München, Tel.: 089-35752-202 (Judithschmalzl@tierhilfswerk.de).
DEUTSCHES TIERHILFSWERK e.V.
Pressestelle
Kaiserdamm 97
14057 Berlin
Tel.: 030-301038-33
Fax: 030-301038-34




