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In Tordesillas, im Nordwesten Spaniens, findet jedes Jahr eines der widerlichsten religiösen Feste des Landes statt. Seit 1584 werden in dieser Stadt jedes Jahr am 2. Dienstag im September Stiere grausam zu Tode gequält. „Toro de la Vega“ heißt das perverse Fest, das zu Ehren der Schutzpatronin dieser Stadt, der „Virgen de la Peña“, veranstaltet wird. Von einem mit Lanzen bewaffneten Pöbel wird ein Stier durch die Stadt gehetzt. Dabei stechen die Tierquäler erbarmungslos auf das wehrlose Tier ein, bis es sich erschöpft seinen Mördern ergibt. Im Jahr 2000 wurde dem Tier eine Lanze quer durch den Körper gerammt. Es lebte dann noch 35 Minuten, währenddessen die blutrünstige Menge immer noch auf ihn einstach.

Schafft es der verletzte Stier über eine Ziellinie, wird er begnadigt. Bisher hat dies jedoch nur ein einziger Stier geschafft.

Und als sei das alles nicht abscheulich genug, werden dem Stier – manchmal während er noch lebt – die Hoden und der Schwanz abgeschnitten.

Demjenigen, der dem Stier den Todesstoß gibt, wird der Schwanz des Stieres vom Bürgermeister in Anwesenheit von „Würdenträgern“ der katholischen Kirche und Politikern der Region „Castilla y Léon“ als Trophäe überreicht. Den makabren Blutlohn darf der Mörder auf seine Lanze spießen und sich damit vom entfesselten Publikum feiern lassen.

Strafanzeigen, Gerichtsprozesse, Protestbriefe, Artikel in der spanischen und internationalen Presse konnten das Massaker in Tordesillas  nicht aufhalten. Auch Eingaben an die spanischen Regierungen jeglicher Couleur nutzten nichts. Auf die Spitze trieb es die regionale Regierung von Kastilien und schmetterte alle Proteste ab, in dem sie  dieses „Fest“ als „kulturelle Tradition“ erklärte!!!

Deshalb rufen die spanischen Stierkampfgegner seit zwei Jahren zu einer internationalen Protestaktion in der Tierquäler-Stadt auf. In diesem Jahr fand wie im Vorjahr am Wochenende vor dem mit Blut besudelten Kirchenfest eine Demonstration von Stierkampfgegnern statt. Angeführt von spanischen Tierschutzorganisationen reisten Tierfreunde aus ganz Spanien und anderen europäischen Ländern an. Während es in 2005 nur knapp 200 Demonstranten waren, ließen sich in diesem Jahr schon fast 800 Leute mobilisieren.

Eine Hass erfüllte Menschenmenge erwartete die Autobusse, mit denen die Demonstranten in die Stadt einfuhren, wobei die Busse mit Eiern und Tomaten beworfen wurden. Nachdem man sich versammelt hatte, bewegte sich der Demonstrationszug unter Polizeischutz zum Zentrum der Stadt und stand dort einem entfesselten Pöbel gegenüber. Die Polizei trennte die beiden Lager, denn sonst wäre es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Drohungen und Beleidigungen seitens der Stadtbewohner ließen keine Zweifel an deren Absichten aufkommen. Wurfgeschosse, die auf die Stierkampfgegner niederprasselten, waren ein Vorgeschmack für das, was die Demonstranten ohne Polizeischutz erwartet hätte. Und dann kam die große Überraschung: In niedriger Höhe flog ein Flugzeug mit einer Banderole im Schlepptau, die weithin sichtbar aufforderte, mit dem ungeheuerlichen Massaker an dem „Toro de la Vega“ aufzuhören, mehrmals seine Runden. Ermüdet durch die Anspannungen und darüber erleichtert, dass es keine gefährlichen Zwischenfälle gab, fuhren die Stierkampfgegner am Abend wieder nach Hause.

Im nächsten Jahr werden die spanischen Stierkampfgegner wieder zu einer Protestkundgebung in Tordesillas aufrufen. Bitte merken Sie vor:

Termin: Die Demo findet am Sonntag vor dem Blutfest (2. Dienstag im September) statt.

Ort: Tordesillas liegt in der Region Castilla y Léon, 30 km von der Stadt Valladolid und jeweils 310 km von den Flughäfen Asturias und Bilbao, die von Billigfluglinien bedient werden, entfernt.

Die Daten sind unverbindlich und werden rechtzeitig mit Tipps für die Anreise im nächsten Jahr bekannt gegeben.

 „Toro de la vega“ – Die Höllenqual eines Stiers

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Tordesillas, eine Stadt mit 8400 Einwohnern bei Valladolid im Nordwesten Spaniens, ist berühmt durch ein trauriges Ereignis aus dem tiefsten Mittelalter. Es nennt sich “ Toro de la Vega“ und ist ein traditionelles „Fest“ religiösen Ursprungs, bei dem eine furiose Menschenmenge in abscheulicher Weise einen Stier mit Lanzen durchbohrt und ihn elendig verenden lässt. Dem Stier werden schließlich als Trophäe die Genitalien abgeschnitten.

André Viard, ein unverbesserlicher Stierkampf-Berichterstatter, meint, dass der Stier immerhin eine Überlebenschance hat, wenn er eine bestimmt Ziellinie passiert. Dieses hat seit Langem kein Stier mehr geschafft – was die Stierkampf-Fanatiker natürlich verschweigen.

Das Massaker findet seit etlichen Zeiten während eines Festes zu Ehren der Jungfrau Maria statt. Welche Verbrechen wurden nicht schon im Namen der Jungfrau begangen!

Glücklicherweise entstand eine immer größer werdende Opposition, die hauptsächlich aus jungen Spaniern besteht. Seit Jahren sensibilisiert diese Opposition die öffentliche Meinung im Ausland und organisiert Briefkampagnen, die sich an die zuständigen Behörden wenden, aber leider mit wenig Erfolg.

Seit 2005 wurde eine andere Strategie angewandt, die zweifellos den Bürgern von Tordesillas bewusst machte, dass die zivilisierte Welt das Schreckensereignis verurteilt, nämlich eine Demonstration in den Strassen dieser Stadt. Nach einem Aufruf von PACMA, der spanischen Tierschutz- und Anticorrida-Partei, und zahlreichen spanischen und französischen Organisationen (darunter auch die FLAC) wurde am 10. September 2006 – zwei Tage vor dem grausamen Spektakel – auf dem Platz der Stadt zum zweiten Mal eine Demo veranstaltet.

Das eigentliche Ziel war, die grausame Show am Tag des Spektakels durch die massenhafte Anwesenheit der Demonstranten zu ersticken und damit zu verhindern. Dieses hoch gesteckte Ziel war jedoch sehr schwer zu erreichen, da die Genehmigung der Demo nur wenige Tage vorher und nicht für den Tag, an dem das grausame Ereignis stattfand, erteilt wurde. Außerdem sind dafür mehrere tausend Demonstranten erforderlich, denn Zusammenstösse mit den Einheimischen sind dabei unvermeidbar.

Etwa 500 bis 800 Personen nahmen nach unserer Schätzung an der Demo teil. Darunter waren nur drei Franzosen: Betty Loiseaux, Isabel Marcoux und Dominique Joron. Die französische Beteiligung war also sehr mager. Die Spanier brauchen uns dringend, um mit ihrer barbarischen Tradition Schluss zu machen, ebenso wie wir sie brauchen, um den Stierkampf abzuschaffen. Nur mit gegenseitiger Unterstützung können wir diese Tierquälerei abschaffen.

Wie die Demonstration in Tordesillas am 10. September 2006 verlief, vermittelt der folgende Augenzeugenbericht.

Am Vorabend verließen wir mit einem Bus Barcelona und durchquerten in der Nacht den Norden Spaniens, um am frühen Morgen in Valladolid andere Demonstanten aus ganz Spanien, die ebenfalls mit dem Bus anreisten, zu treffen. Im Geleitzug von mehr als 10 Bussen fuhren wir dann nach Tordesillas. Als wir zu der Stadt hinunterfuhren, war uns allen nicht sehr wohl zumute.

Eine dicht gedrängte Menschenmasse, mehrere hundert Einwohner der Stadt, erwarteten uns mit Schlägern in der Hand und brüllten wie wild. Die Autobusse wurden aufgehalten und waren gezwungen, langsam durch eine Hass erfüllten Menge zu fahren, wobei die Busse mit Eiern und Tomaten beworfen wurden. Auch am Parkplatz wurden wir nochmals von einem feindlich gesinnten Pöbel empfangen.

Nach anfänglichem Zögern bildete sich der von PACMA angeführte Demonstrationszug. Unter Polizeischutz bewegte sich der Zug zu einem Platz, wo die Demo stattfand. Die Polizei war wie bei schweren Ausschreitungen ausgerüstet. Ohne sie wären wir sicherlich gelyncht worden, denn der Hass uns gegenüber war ungeheuerlich. Es schien, als ob die ganze Stadt sich gegen uns verschworen hatte.

Die Demo bewegte sich nicht vom Fleck. Auf der einen Seite standen die drohenden Stadtbewohner, auf der anderen Seite wir als Demonstranten, beide getrennt durch einen Puffer, der durch die Polizei gebildet wurde. Auf der einen Seite gab es Beleidigungen, Drohgebärden und Wurfgeschosse und auf unserer Seite mit Überzeugung skandierte Sprechchöre, Schilder und Banderolen gegen die Tierquälerei und Reden, in denen die Hetzjagd von Tordesillas angeprangert wurde….Und dann eine große Überraschung: Als emotionaler Höhepunkt flog über uns mehrmals in niedriger Höhe ein Flugzeug mit einer Banderole im Schlepptau, die weit sichtbar aufforderte, das ungeheuerliche Massaker an dem „Toro de la Vega“ zu stoppen.

Ermüdet durch die Anspannung und erleichtert, dass keine gefährlichen Zwischenfälle stattfanden, stiegen wir wieder in unsere Busse. Mit Schaudern stellten wir uns vor, welches Schicksal den Stier zwei Tage später, am Dienstag, den 12.September 2006 in dieser Stadt erwartet. Wir schworen uns, dass der Kampf weiter gehen wird. Im nächsten Jahr müssen wir mehrere tausend Demonstranten aus allen europäischen Ländern mobilisieren, denn es ist unerlässlich, dass diese furchtbare Tradition ein für alle Mal ein Ende findet.
DJ

Traurige Bilder eines traurigen Spektakels:

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Quelle und weitere Infos:  http://www.stop-corrida.info/3.3.11.stier_vega.htm

Unterzeichnen Sie bitte die Petition gegen das abscheuliche Massaker, die heute von PACMA (Spanien) and Comité Anti Stierenvechten (Niederlande) aufgelegt wurde: http://www.thepetitionsite.com/petition/504044650