Obwohl das Veterinäramt bereits Mitte Mai einschritt, hat ein Geislinger seinen illegalen Hundehandel fortgesetzt. Nun wurde er erneut erwischt.

MANFRED BOMM
Geislingen.  Der illegale Hundehändler, Mitte 50 und offiziell von Hartz IV lebend, ist den Ermittlungsbehörden längst kein Unbekannter mehr: Zum wiederholten Mal ist er ins Visier des Veterinäramts geraten, weil er offenbar einen illegalen Welpenhandel mit Moderassen betreibt. Die Tiere holte er stets bei einer Züchterin in Ungarn ab und brachte sie in Transportboxen mit seinem Auto ins Filstal. Die Behörde stellte fest, dass dies ohne die erforderlichen Dokumente und tierärztliche Versorgung geschah und die Welpen oft viel zu früh vom Muttertier getrennt wurden. Einige Hunde überlebten das nicht.

Erst Mitte Mai hatte das Veterinäramt mit der Polizei die Wohnung des Händlers wieder aufgebrochen und darin mehrere Welpen sichergestellt. Mittlerweile war er auch in ein angemietetes Gebäude im bayrischen Landkreis Deggendorf ausgewichen. Insgesamt wurden zwölf Hunde beschlagnahmt.

All diese Ermittlungen scheinen den Mann nicht beeindruckt zu haben: Er bot weiterhin in Fachzeitschriften und im Internet zu ungewöhnlich günstigen Preisen Welpen an – wie etwa Shi-Tzu und West-Highland-Terrier. Die Geschäfte wurden meist über Handy-Nummern abgewickelt (allein 37 Geräte mit unterschiedlichen Nummern waren im Mai sichergestellt worden) und die Hunde auf Parkplätzen gegen Barzahlung übergeben.

Jetzt gelang es den Behörden aufgrund “intensiven Überwachungsmaßnahmen”, wie es heißt, den Mann sogar auf frischer Tat zu stellen: Bei der Übergabe eines Welpen nahe des Heininger Feuerwehrmagazins wurde er am Montag von Polizei und Vertretern des Veterinäramts überrascht. Er war direkt aus Ungarn gekommen und hatte noch fünf Welpen im Fahrzeug – sowie Bargeld, das vermutlich aus diesen Geschäften stammte. Mit dem Verkauf direkt nach dem Import wollte er offenbar verhindern, dass bei einem weiteren behördlichen Aufbrechen seiner Wohnung erneut Tiere gefunden worden wären. Von den fünf Welpen, die am Montag beschlagnahmt wurden, ist einer inzwischen verendet. Die anderen kamen ins Türkheimer Tierheim.

Angesichts der wiederholten Rechtsverstöße und einschlägiger Vorstrafen hat die Behörde jetzt zu einem nicht alltäglichen Mittel gegriffen: Sie beschlagnahmte das Auto des Mannes, das “als wesentliches Hilfsmittel für den illegalen Hundehandel” benutzt worden sei.

Nach Schätzungen des Veterinäramts hat der Mann allein im vergangenen Jahr rund 150 Hundewelpen illegal aus Ungarn eingeführt und für je 350 bis 400 Euro verkauft. Dabei sind mindestens zehn Welpen verendet und acht schwer erkrankt. Viele der importierten Hunde seien nicht nur Träger von Parasiten und hierzulande unbekannter Tierseuchen, sondern auch von Infektionskrankheiten, die auf den Menschen übertragen werden könnten.

Auf den Mann kommen weitere Anzeigen wegen Tierquälerei und Verstoßes gegen tierseuchenrechtliche Bestimmungen zu.

18.06.2008

http://www.suedwest-aktiv.de/region/geislingerzeitung/aus_stadt_und_kreis/3649029/artikel.php?SWAID=dd2b9ee2128577a9fba08e8b995f3178

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