Sehr geehrte Frau Dr. med. vet. Birgit Straubinger,
ich beziehe mich auf Ihre unten angefügte Stellungnahme, die ich aus der Tierinfo vom 08.03.2006 entnehme. Zitat Ihrer Einschätzung:\”Die z.T. mit intensiven Hygienemaßnahmen versehenen Wirtschaftsgeflügelhaltungen stellen ein geringeres Risiko bezüglich der durch Wildvögel übertragenen Geflügelpest dar, als die aus Sicht des Tierschutzes oftmals tiergerechteren Klein- und Hobbyhaltungen. Eine tierseuchenrechtlich sehr fragliche Maßnahme wie die Verlängerung von Leerlaufzeiten ist vor dem Hintergrund erheblicher betriebswirtschaftlicher Konsequenzen daher derzeit nicht zu verantworten.\” Zitat Ende.
Ihre Einschätzung ist für mich weder nachvollziehbar noch entbehrt sie jeder glaubwürdigen Grundlage. Schauen Sie sich die grausame, lebensverachtende Realität einmal sehr sorgsam an, dann werden auch Sie einsehen müssen, dass von intensiven Hygienemaßnahmen in Wirtschaftsgeflügelhaltungen absolut keine Rede sein kann.
Unter folgendem Link
http://www.tierrechtsfilme.at/langfilme/huehnermaststory/film.htm
finden Sie einen Film, in dem gezeigt wird, auf welch unendlich grausame Weise die vermeintliche Vogelgrippe \”gedeiht\”: So werden die Tiere krank, und zwar alle, die unter den schrecklichen Haltungsbedingungen in Mastbetrieben und Legebatterien zu leiden haben – und nicht durch irgendeine fiktive Virenpanik, deren Existenz bisher in keiner Weise für den Verbraucher nachvollziehbar nachgewiesen wurde! Schauen Sie ganz genau hin – wegsehen gilt nicht: Das ist die blanke lebensverachtende Realität, welcher es sich zu stellen gilt!
Wie lange gedenken Sie diesen Skandal noch mitzutragen und den \”Hühnerbaronen\” den Rücken freizuhalten?
Ist das wirklich Ihre Intention und die der \”Neuen Sozialen Marktwirtschaft\”? Hier wird mit aller Sturheit an die niedrigsten Instinkte der Menschen appeliert, um die Gier der Verbraucher und das Profitgehabe der Lobby weiter anzustacheln! Wir, die BürgerInnen sagen dazu ganz entschieden:
NEIN! Wir legen Wert auf ein friedliches Europa – und das für TIER und Mensch. Tierschutz ist Menschenschutz! Wir sagen absolut NEIN zur Massentier- und Käfighaltung!
Wenn solcherlei grausame Zustände derzeit unseren Gesetzen entsprechen, erwarte ich von Ihnen eine dringende Änderung sowie Ihren persönlichen Einsatz für eine umgehende Schließung dieser Anlage und all derer, in denen solche furchtbaren Zustände herrschen.
Ich fordere Sie ganz entschieden dazu auf, sich unverzüglich dafür einzusetzen, dass diese Form des Verbrechens an unseren Mitgeschöpfen eingestellt wird!
Dazu ist es unumgänglich, dass der Verbraucher endlich eine unmißverständliche Aufklärung über Tierhaltung, Herkunft und Verarbeitung angeboten bekommt. Nur so hat er überhaupt die Chance zu begreifen, dass Tiere mit Anstand und Würde und vorallem artgerecht zu behandeln und zu umsorgen sind und kann sein Verbraucherverhalten anpassen – sicherlich wird ein sehr großer Teil der Bevölkerung, dem einmal die Brutalität in den Mastbetrieben gewahr worden ist, sein Konsumverhalten ändern; davon bin ich überzeugt.
Auf die Art, wie der Film es ganz unmissverständlich zeigt, kann von Respekt und Achtung vor dem Leben absolut keine Rede sein. Es ist ein Skandal, dass sich niemand von Ihnen dazu angehalten fühlt, diesem unvorstellbaren Grauen unverzüglich ein Ende zu setzen! Tiere empfinden ebenso wie Menschen, sie lieben, haben elementare Lebensbedürfnisse und das Schöpfungsrecht auf Unversehrtheit ihres Lebens und ihrer Gesundheit – so wie Sie und ich.
Als amtierende Regierung haben Sie die Verpflichtung, sowohl dem Staatsziel Tierschutz, als auch dem Verbraucherschutz Rechnung zu tragen! Beides findet sich in unserem Grundgesetz wieder, welches unangetastet und beachtet werden muß – von JEDERMANN. Darauf haben Sie schließlich Ihren Amtseid geschworen und Gott um Hilfe gebeten. Sie können dazu beitragen, indem Sie verhindern, dass das geplante Käfighaltungsverbot ab 2007 durch die Bundesländer Nordrheinwestfalen sowie Niedersachsen umgestoßen wird,
bevor es überhaupt in Kraft getreten ist.
Gerne erwarte ich Ihre Stellungnahme.
Mit freundlichen Grüßen
Heike Karwatzki (Pharmaopfer durch Contergan!)
Bassinstr.29
45139 Essen
From: Schmidt, Diana (MUF)
To: Tierinfo@gmx.de
Sent: Wednesday, March 08, 2006 8:22 PM
Subject: AW: Vogelgrippe-Vorsorgetötungen
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Geflügelpest verläuft sehr rasch als schwere Allgemeinerkrankung beim Geflügel, es können zwischen 80 und 100 % der Tiere innerhalb weniger Tage sterben. Behandlungsmöglichkeiten gibt es für die betroffenen Tiere nicht. Betroffen sind vor allem Hühner (Masthähnchen und Legehennen) sowie Puten. Für diese Tierarten verkürzt im Seuchenfall die Tötung des Tierbestands das Leiden der Tiere. Enten erkranken seltener und weniger schwer, können aber das Virus weiter verbreiten. Die Krankheit ist hoch ansteckend und wird sehr leicht von Tier zu Tier oder durch kontaminierte Zwischenträger, auch durch Personenverkehr, verbreitet.
Zum Schutz angrenzender Bestände ist es aus der Sicht der Tierseuchenbekämpfung geboten die Bestände, die im unmittelbaren Umfeld eines betroffenen Bestands liegen und mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls infiziert sind, zu töten, um ein Erkranken anderer Tierbestände sowie von Wildvögeln zu verhindern. Vorsorgliche Tötungen ohne akuten
Seuchenverdacht erfolgen nicht.
Ob Leerlaufzeiten zwischen Mast- oder Legedurchgängen eine höhere Sicherheit bieten ist fachlich fraglich. Die z.T. mit intensiven Hygienemaßnahmen versehenen Wirtschaftsgeflügelhaltungen stellen ein geringeres Risiko bezüglich der durch Wildvögel übertragenen Geflügelpest dar als die aus Sicht des Tierschutzes oftmals tiergerechteren Klein- und Hobbyhaltungen.
Eine tierseuchenrechtlich sehr fragliche Maßnahme wie die Verlängerung von Leerlaufzeiten ist vor dem Hintergrund erheblicher betriebswirtschaftlicher Konsequenzen daher derzeit nicht zu verantworten.
Ich hoffe, dass Ihnen diese Informationen weiterhelfen.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
gez. Dr. med. vet. Birgit Straubinger
Referat \”Tierseuchenbekämpfung\”
Ministerium für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz
Kaiser-Friedrich-Straße 1
55116 Mainz
Telefax: 06131 16 46 08
E-Mail: RP-Hygiene@muf.rlp.de




