Berlin/München, 28. März 2008. Es sind Millionen von Menschen, die sich weltweit gegen das jährlich wiederkehrende Schlachten von Robbenbabies an Kanadas Ostküste eingesetzt haben. Es wurden Petitionen geschrieben, Unterschriften gesammelt und übergeben, Protestveranstaltungen abgehalten, aber alles vergeblich. Dem Europäischen Parlament liegt ein von ihr selbst beauftragter Bericht vor, der zu dem ernüchternden Ergebnis kommt, dass die Robbenjagd keinerlei Tierschutzstandards erfüllt. Dennoch kam es bislang nicht zu einem europaweiten Importverbot von Robbenprodukten. Der Deutsche Bundestag hat einen einstimmigen Beschluss erlassen, wonach ein Robbenhandelsverbot erlassen werden sollte. Ein solches Verbot unterblieb, weil man auf ein einheitliches Vorgehen in Europa warten wollte.
Ab heute beginnt deshalb wieder das entsetzliche Schlachten und Häuten von zum Teil noch sich unter Schmerzen krümmenden Robbenbabies. 275.000 Babies sollen es dieses Jahr werden. Ein europäisches oder auch ein deutsches Importverbot von Robbenprodukten hätte den Druck auf die kanadische Regierung erheblich erhöht, denn dann wären sie auf einen großen Teil der durch das Schlachten gewonnen Produkte sitzen geblieben. Auf die Verbraucher ist da leider auch kein Verlass, denn immer noch finden Felle von Robbenbabies reißenden Absatz. Die Untätigkeit der Politik findet da seine Entsprechung in der Ignoranz vieler Verbraucher, denen es egal zu sein scheint, mit welchen Methoden ihr neu erworbenes Statussymbol getötet wurde. Es ist ein Phänomen, dass die Bilder von keulenschwingenden Robbenjägern und sich in ihrem Blut wälzenden Robbenbabies, denen die Haut abgezogen wird, jeden erschrecken. Aber die Kraft, diesen Wahnsinn zu stoppen, bringt niemand auf. Die Kanadier machen nichts, weil die Lobbyinteressen der Robbenjäger zu stark sind, die Europäer machen nichts, weil sie seit Jahren noch darüber nachdenken müssen, und die Deutschen machen nichts, weil sie warten, bis die Europäer mit dem Denken fertig sind. Ab heute sterben deshalb unter entsetzlichen Qualen Hunderte von Robbenbabies, bis die „Tötungszahl“ 275.000 erreicht ist. Das sind viele Striche auf der in letzter Zeit immer deutlicher werdenden Untätigkeitsliste unserer Politiker.
Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
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März 27th, 2009 at 07:53
Guten Tag,
warum unternimmt keine Organisation etwas gegen das Abschlachten der Robbenbabies in Kanada???
Gruss
Mareen Grünemund