
700.000 Gänse vegetieren in Mastanlagen – DEUTSCHES TIERHILFSWERK fordert eine gesetzliche Haltungsverordnung
Berlin/München, 07.11.2005. Am 11. November, am Feiertag des heiligen Martin, ist es wieder soweit: Tausende von Gänsen werden ihr Leben lassen. Der Gänsebraten ist eines der beliebtesten saisonalen Gerichte in Deutschland. Gut 95% der Gänse werden in den letzten Wochen des Jahres verspeist. Dank Kraftfutter und Wachstumsförderer dauert die „Turbomast“ nur zehn Wochen, bis die Tiere „schlachtreif“ sind.
Appetitlich sieht der Gänsebraten ja aus, mit brauner Bratensoße, Klößen und Rotkohl – blickt man jedoch hinter die Kulissen, dann bleibt einem jeder Bissen im Halse stecken.

Verdeckt erstellte Bildaufnahmen beweisen es: ähnlich wie Pute und Ente werden auch Gänse in riesigen Masthallen gehalten. Zu Tausenden bei Dämmerlicht zusammengepfercht, geht es einzig und allein darum, die Tiere in kürzester Zeit auf ein Höchstgewicht zu bringen. All die schmerzhaften Begleiterscheinungen wie Atemnot, Knochenbrüche und Gelenkentzündungen, die bei einer derartigen schnellen Gewichtszunahme auftreten, schert die Mäster wenig. Damit die Tiere diese Tortur überhaupt durchstehen, werden dem Futter Antibiotika beigemischt.


„Unter Umgehung der gesetzlichen Rahmenbedingungen werden Tiere auf grausame Art und Weise für den schnellen Profit ausgebeutet. Die bestehenden Tierschutz- und Hygienebestimmungen werden verletzt, aber die Verantwortlichen kümmert dies wenig“, so Judith Schmalzl vom DEUTSCHEN TIERHILFSWERK e.V.. Anders als bei den Legehennen gibt es in Deutschland keine bundesweit geltende Haltungsverordnung für Mastgänse. Traumhafte Zustände für die Betreiber der Mastanlagen, die unbehelligt mästen können, was das Zeug hält. Oder besser gesagt, „was die Gans gerade noch so aushält“.

Das DEUTSCHE TIERHILFSWERK e.V. appelliert an alle Verbraucher:
- achten Sie beim Kauf eines Gänsebratens auf die Aufschrift „Freilandhaltung“
- erkundigen Sie sich auch im Restaurant nach der Herkunft des Gänsefleischs
- verzichten Sie auf den traditionellen Gänsebraten; leckere und gesunde Alternativen bietet die vegetarische Küche.

Fotos: Deutsches Tierhilfswerk e. V.
Das DEUTSCHE TIERHILFSWERK ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
Weitere Informationen bei:
Judith Schmalzl, Geschäftsstelle München, Tel.: 089-75969252 (judithschmalzl@tierhilfswerk.de).
DEUTSCHES TIERHILFSWERK E.V.
Pressestelle
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Dezember 17th, 2005 at 06:46
Warum auf einen schönen Gänsebraten verzichten!!
Wichtig ist nur: zum erlesenen Genuss gehört wie ihr schon so richtig sagt auch, das gute Gewissen. Am besten die richtige Gans vom Bauern, oder kleinen Züchter holen, wenns geht den ständigen Kontakt zu diesen halten, so kann man die gesamte Aufzucht verfolgen.
Möglicherweise hat man zu einer ganz bestimmten Gans ein persönliches Verhältnis entwickelt z.B. durch einen frühzeitigen Kaufvertrag, dann möchte man ein solch liebes und kluges Tier nicht mehr unterm Messer sehen, sondern es so oft wie möglich bestaunen.
Dies ist eine meine eigene Erfahrung. Ich wünschte viele Nachahmer
Februar 16th, 2009 at 17:34
einfach GRAUSAM