Berlin/ München, 06.07.09. Als erstes Land weltweit hat der Andenstaat Bolivien die Haltung von Wildtieren und Haustieren in reisenden Zirkusunternehmen verboten. Ein entsprechendes Gesetz wurde jetzt von Boliviens Präsidenten Evo Morales unterzeichnet. Die deutschen Tierschutzvereine animal public und aktion tier begrüßen das Gesetz als bedeutsamen Fortschritt für den Tierschutz und fordern Bundesministerin Ilse Aigner auf endlich aktiv zu werden.

Bereits im Mai stimmte der Kongress in Bolivien für ein von der Kongressabgeordneten Ximena Flores eingebrachtes Gesetz zum Verbot der Haltung von Wildtieren und domestizierten Tieren in reisenden Zirkusunternehmen. Mit der Unterzeichnung durch den Präsidenten wurde es nun rechtskräftig und wird in den nächsten Wochen veröffentlicht. Den Zirkusunternehmen wird ein Jahr Übergangsfrist eingeräumt ihr Programm umzustellen.

Damit ist Bolivien das erste Land weltweit, dass die Haltung von Wildtieren und domestizierten Tieren in reisenden Zirkusunternehmen verbietet. Bislang gibt es ähnliche Verbote in Costa Rica, Schweden, Finnland, Dänemark und Österreich. Diese verbieten aber nur die Haltung von Wildtieren oder bestimmter Arten.

Judith Brettmeister von aktion tier begrüßt das neue Gesetz in Bolivien: „Dies ist ein bedeutender Fortschritt für den Tierschutz in Bolivien und ein Signal für andere Länder. Eine artgerechte Haltung von Wildtieren unter den Bedingungen eines reisenden Unternehmens ist nicht möglich und gehört verboten.“

Bereits 2003 hatte der Bundesrat gefordert die Haltung bestimmter Wildtierarten im Zirkus grundsätzlich zu verbieten. Bislang wurde dies von der Bundesregierung jedoch nicht umgesetzt. Aktiv geworden sind hingegen verschiedene Städte, wie München oder Kassel, die Gastspiele mit Wildtieren zukünftig verbieten möchten.

Für Laura Zimprich vom Tierschutzverein animal public ist es unverständlich warum auf Bundesebene nicht endlich gehandelt wird: „Andere Länder, wie jetzt Bolivien, machen vor, dass es geht. Die Bestrebungen verschiedener deutscher Städte Wildtiere im Zirkus zu verbieten und nicht zuletzt der Bundesratsbeschluss von 2003 zeigen deutlich, dass man sowohl auf kommunaler, wie auf Länderebene das Leid der Wildtiere im Zirkus nicht länger hinnehmen möchte. Bundesministerin Ilse Aigner muss endlich aktiv werden und die Wildtierhaltung im Zirkus verbieten.“

Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Judith Brettmeister, aktion tier – Geschäftsstelle München, Tel.: 089 – 75 969 252 Judith.Brettmeister@aktiontier.org

aktion tier – menschen für tiere e.V.

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