Berlin, Meißen 30.10.2008. Gestern hat aktion tier gemeinsam mit seinem Kooperationspartner Tierheim Meißen Winkwitz e.V. in einem heruntergekommenen Haus in der Haltenstraße in Riesa eine große Rettungsaktion durchgeführt. Vom zuständigen Veterinäramt um Hilfe gebeten, finden die Tierschützer eine völlig verdreckte Wohnung vor. Der Boden ist mit Katzenkot bedeckt, das Mobiliar ist vollständig zerstört, überall stapeln sich Müll und Abfall.
Hier lebt die 72 jährige Frau W., die an dem Messie-Syndrom leidet, seit 2004 zusammen mit ihren 17 Katzen. Der beißende Geruch von Ammoniak und Kot raubt den Tierschützern den Atem, als sie, mit Schutzanzügen und Atemmasken ausgestattet, die 14 abgemagerten und kranken Tiere einfangen. Eine tote Katze wird hinter einer Schrankwand entdeckt, zwei unterernährte Babykatzen suchen Schutz in einem Berg dreckiger Decken. „Ein sehr extremer Fall krankhaften Sammelns“, erklärt Ursula Bauer von aktion tier Berlin. „Frau W. passt als ältere, sozial völlig isolierte Einzelperson in das klassische Bild eines Animal Hoarders – eines Tiersammlers“, so die Biologin weiter.
In den USA schon längst erkannt und beschrieben, ist Animal Hoarding als Krankheitsbild in Deutschland nach wie vor weitgehend unbekannt. „Frau W., die sowieso schon krankhaft Müll und Abfall sammelt, ist durch die unkontrollierte Vermehrung der Tiere auch ihre Katzenhaltung allmählich über den Kopf gewachsen“, so Ursula Bauer von aktion tier. Die Katzen sind unterernährt, verfloht und weisen starken Ohrmilbenbefall auf.
Seit Jahren schon ist der Strom abgeschaltet, Frau W. lebt von 250 Euro Rente im Monat. „Hinter Animal Hoarding steckt immer auch eine menschliche Tragödie“, weiß Ursula Bauer von aktion tier Berlin. Veterinär-, Ordnungs- und Gesundheitsämter sind gefordert, sich über die Krankheit zu informieren und beherzt und vor allem rechtzeitig einzugreifen. „Doch in diesem Falle haben alle zuständigen Behörden bis auf das Veterinäramt weggesehen“, kritisiert Mario Assmann vom Tierheim Meißen Winkwitz. Dabei sind die Zustände in der Haltenstrasse seit Jahren bekannt – niemand hat geholfen. Täglich bringt ein Pflegedienst Frau W. Medikamente in die Wohnung, in der eigentlich kein Mensch leben kann. Es wurde vor 2 Jahren ein Brief an das Gesundheitsamt geschrieben, der jedoch ohne Reaktion blieb. Auch das Essen wird Frau W. täglich geliefert. Allerdings weigern sich die Mitarbeiter, die kontaminierte Wohnung zu betreten und stellen die Aluminiumschalen im Hausflur ab. Auch von dieser Seite aus hat niemand das menschliche und tierische Elend in der Haltenstrasse bekannt gemacht. aktion tier und die Mitarbeiter des Tierheims Meißen Winkwitz haben gestern dafür gesorgt, dass Frau W. von einem Johanniter-Rettungswagen abgeholt und in ein Krankenhaus gebracht wird. Immer wieder sagte die alte Frau, dass sie sich umbringen will.
Die Katzen wurden im Tierheim Meißen noch am selben Tag kastriert und tierärztlich versorgt. Dank aktion tier und dem Tierheim Meißen Winkwitz e.V. werden sowohl Frau W. als auch ihre Katzen in Zukunft ein menschen- und tierwürdiges Leben führen können.
Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
Weitere Informationen bei:
Diplom-Biologin Ursula Bauer, aktion tier – Geschäftsstelle Berlin, Tel.: 0178 – 4550868 (Berlin@aktiontier.org).
Mario Assmann, Tierheim Meißen Winkwitz e.V., Tel.: 03521 – 730169
aktion tier – menschen für tiere e.V.
Pressestelle
Kaiserdamm 97
14057 Berlin
Tel.: 030-301038-33
Fax: 030-301038-34
www.aktiontier.org
info@aktiontier-pressestelle.org





November 19th, 2008 at 17:45
Ich gebe an der Sache einzig und allein den menschen schuld, die davon wussten und nichts taten!
Das Messie-Syndrom ist allen Menschen bekannt. Und wenn man sowas sieht, dann sollte jeder normale Mensch die Behörden einschalten!
Ich hoffe wirklich, dass beide, sowohl die Katzen, als auch die alte Dame, von nun an ein schöneres Leben führen können .. mit Menschen, die eventuell auch mal auf sie achten!
Januar 13th, 2009 at 13:11
ist ja eklig..
das solte man verbieten und die frau gleich in den knast hauen
das ist tierquälerei!!!!!
ICH MUSSTE KOTZEN!!!!
Januar 14th, 2009 at 13:39
Danke, das Sie sich um Mensch und Tier gekümmert haben.
April 17th, 2009 at 18:18
ich möchte mich gerne für die tiere einsetzen egal op im tierheim oder auf der straße aber meine mutter sagt wir können keine 3 katze nemen was soll ich jetzt tun????
September 5th, 2011 at 19:45
@ Vanessa: Die alte Frau ist krank und braucht Hilfe und keinen Knast! Mir tun hier beide leid, Mensch und Tier und wer einen ganz kräftigen Arschtritt verdient hat, sind alle, denen die Zustände bekannt waren und die nichts unternommen haben. Die sind doch schuld, daß es überhaupt erst soweit gekommen ist – wenn man wesentlich früher eingegriffen hätte, hätte viel tierisches und auch menschliches Elend verhindert werden können.