Berlin/ München, 09.10.2008. Am 10.10.2008 ist Welteitag. In Deutschland werden zurzeit etwa 40 Millionen Legehennen gehalten. Etwa 75 % der Hennen leben in Anlagen mit mehrfach über- und aneinandergereihten Käfigen, den so genannten Legebatterien. Hier fristen die Tiere, mit mehreren Artgenossen auf engstem Raum zusammengepfercht, reduziert auf einen einzigen Zweck: Eier legen – und zwar möglichst viele und möglichst schnell. Die in der Legebatterie gehaltenen speziellen Hybridtypen erreichen etwa die zehnfache Legeleistung der herkömmlichen Haushuhn-Rassen. In den fensterlosen Anlagen leben viele tausend Hühner. Oft sind es bis zu sechzigtausend Legehennen, pro Halle. Zwischen 4 und 6 Hühner werden in einen einzigen Käfig gestopft, der Lebensraum einer Henne ist mitunter kleiner als ein DIN-A-4-Blatt. Die Tiere sehen nie das Tageslicht und haben auch niemals die Möglichkeit, auf einer grünen Wiese zu laufen, um dort nach Futter zu suchen, zu picken und zu scharren. Eine art- und tiergerechte Lebensweise ist in solch einem Betrieb in keinster Weise möglich.
Unverantwortlich! Bereits Mitte der neunziger Jahre dokumentierten Bilder das trostlose Leben von Hühnern in Legebatterien. Und Überall zeigt sich das gleiche Bild: verletzte, abgemagerte und tote Hühner in winzigen Käfigen. Zustände wie diese werden seit jeher von Tierschutzorganisationen und bewussten Verbrauchern als unerträglich empfunden. Bereits Ende der neunziger Jahre protestierten namhafte Organisationen mit groß angelegten Kampagnen und medienwirksamen Aktionen gegen Legebatterien. Mit Erfolg: das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschied 1999, dass die Haltung von Hennen in Legebatterien verfassungswidrig ist und beschloss ein Käfigverbot. Dieses Highlight in der Geschichte des Tierschutzes sollte eigentlich die große Wende für deutsche Legehennen herbeiführen.
Doch die Rechnung wurde ohne die Geflügellobby gemacht. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, das näher rückende Käfigverbot zu umgehen, erfanden die Eierproduzenten so genannte Kleingruppenhaltung. Diese ausgestalteten Käfige zur Gruppenhaltung von Legehennen wurde zum Entsetzen von aktion tier Anfang 2007 vom Bundesrat tatsächlich als Alternative zum Batteriekäfig akzeptiert.
aktion tier liegen Videoaufnahmen vor, die nachweislich in einer deutschen Anlage mit einer Kleingruppenhaltung standen sind, sie beweisen, dass diese Form der Legehennenhaltung ebenso tierquälerisch ist, wie die herkömmliche Batteriehaltung. Die Tiere sind weiterhin in einem Käfig eingesperrt, daran ändert auch der neue Name nichts. Die angeblichen Verbesserungen wie Sitzstangen, Gemeinschaftsnester und Bereiche zum Scharren sind wenig überzeugend. So besteht der Scharrbereich lediglich aus einer grünen Matte, die eher an einen Fußabtreter erinnert als an eine saftige, grüne Wiese. Auch die Sitzstangen verfehlen ihre Wirkung: Die Hühner rutschen mit ihren Krallen von den viel zu kleinen Stangen ab. Dennoch feiern Lobbyisten und verschiedene Politiker die Kleingruppenhaltung als tierschutzgerechten Meilenstein in der Legehennenhaltung.
Jan Pfeifer von aktion tier fordert die Verbraucher auf: „Käfigeier sind out, folgen Sie dem neuen Trend und Verzichten Sie auf den Konsum von Käfigeiern. Die „3“ auf einem Ei steht jedes Mal für ein gequältes Tier. Investieren Sie künftig ein paar Cent mehr pro Ei. Beginnen Sie am Welteitag: Kein Ei mit einer Drei.“
Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
Weitere Informationen bei:
Jan Pfeifer, aktion tier, Tel.: 02241–9446246 (Info@aktiontier-pressestelle.org)
aktion tier – menschen für tiere e.V.
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