Berlin/München, 06.06.2011. Kaninchen, Meerschweinchen, Chinchillas und Degus sind Pflanzenfresser. Sie müssen, über den ganzen Tag verteilt, kleine Nahrungsportionen aufnehmen, so dass ihr Magen immer gut gefüllt ist. Dabei reißen oder beißen sie mit den Schneidezähnen die Nahrung ab und zermahlen sie mit den Backenzähnen. Grund für das permanente Fressen ist, dass das Futter aus dem Magen weiter in den Darm geschoben wird, in dem die Verdauung stattfindet. Leiden die Tiere jedoch unter Appetitlosigkeit (Anorexie), kann dies in kürzester Zeit zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen.

Häufige Ursache für das „nicht-fressen-wollen“ sind zu 90% falsch wachsende oder zu lange Zähne. Bei nur 10% liegt der Grund im Verdauungstrakt oder anderen Körperorganen.
Dabei ist es wichtig zu unterscheiden, ob das Tier nicht fressen kann oder ob es nicht fressen will. Zeigt das Heimtier Interesse am Futter, frisst aber nicht, so kann man davon ausgehen, dass Entzündungen oder Schmerzen im Kopfbereich die Ursache sind, z.B. fehlerhaft gewachsene Zähne. Der kleine Hoppler kann keine Nahrung aufnehmen, sie schlucken oder kauen.

„Bei Kaninchen, Meerschweinchen, Chinchilla und Degu wachsen die Schneide- und Backenzähne lebenslang. Sind sie zu lang, stellen die Tiere die Futteraufnahme ein, weil Zahnspitzen in die Schleimhaut pieken und zu Entzündungen und Schmerzen führen. Außerdem bilden sich Wurzelentzündungen aus. In Folge dessen können sich Abszesse bilden, die die Situation noch verschlimmern“, erläutert Daniel Prengel, Tierarzt bei der aktion tier – tierrettung münchen.

Um dem vorzubeugen sollte man auf richtige Fütterung achten. Im Prinzip reicht es, ausschließlich Heu zu verfüttern. Heu ist sehr rohfaserreich und dadurch energiearm. Die Tiere müssen andauernd fressen, um ihren Tagesenergiebedarf zu decken. Durch diese permanente Futteraufnahme werden aber gleichzeitig die Zähne abgeschliffen und dadurch ein übermäßiges Längenwachstum verhindert. Außerdem ist der Magen-Darm-Trakt optimal auf Rohfaser eingestellt und bietet den „guten“ Bakterien beste Verdauungsbedingungen. Natürlich kann bei extremen Fehlstellungen nicht verhindert werden, dass die Zähne ab und zu vom Tierarzt korrigiert werden müssen, aber die Intervalle lassen sich durch die richtige Fütterung verkürzen.

Wenn eine verminderte oder fehlende Futteraufnahme beobachtet wird, sollte sofort der Tierarzt aufgesucht werden.

aktion tier – menschen für tiere e.V. ist deutschlandweit eine der mitgliederstärksten Tierschutzorganisationen. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung durch Kampagnen und  Informationsveranstaltungen auf Missstände im Tierschutz aufmerksam zu machen und Lösungen aufzuzeigen, wie diesen nachhaltig begegnet werden kann.

Weitere Informationen bei:
Judith Brettmeister, aktion tier – Geschäftsstelle München, Tel: 08141-3152747, (Judith.Brettmeister@aktiontier.org).

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