Berlin/München, 01.04.2009. Seit der Einführung des Eierstempels ist ein eindeutiger Trend sichtbar: Die Verbraucher kaufen immer weniger Eier, die aus Käfighaltung stammen. Die Zahlen des Statischen Bundesamtes belegen dies. Während der Verkauf von Käfigeiern in den letzten Jahren um 20% zurückging, stieg die Nachfrage nach Bio- und Freilandeiern um 400%. Mittlerweile haben fast alle großen Handelskonzerne den Verkauf von Eiern aus Käfighaltung zurückgefahren oder ganz gestoppt, lediglich die Metro-Group verkauft die unter tierquälerischen Bedingungen erzeugten Eier auch weiterhin.
Dabei sind die politischen Beschlüsse alles andere als positiv für die Legehennen in den Käfigen gewesen. Obwohl es 1999 gut begann, als das Bundesverfassungsgericht die Haltung von Legehennen in Legebatterien aus Tierschutzgründen für verfassungswidrig erklärte. Die Geflügelzüchter kämpften weiter für den Erhalt der Käfige und konnten mit Horst Seehofer, als Verbraucherschutzminister, 2007 die Aufhebung des Verbotes erreichen, indem sie die Kleingruppenhaltung in „ausgestalteten“ Käfigen durchsetzten. Doch diese Käfige sind alles andere als artgerecht und bedeuten für das Leben und Leiden der Hennen in den Legebatterien keine Verbesserung.
Mit Unterstützung von Sören Link (SPD) und Elke Herrmann (Grüne) schickte aktion tier Information über die Kampagne „Käfigeier sind out“, darunter auch eine eigens erstellte Videodokumentation zum Leben der Legehennen unter den schrecklichen Bedingungen in den Batterien, verbunden mit der Aufforderung, auf den Verkauf von Käfigeiern zu verzichten, an alle deutschen Handelskonzerne.
Jan Pfeifer von aktion tier, führt hierzu aus:“Der Stopp des Verkaufes von Schaleneinern auf Käfighaltung ist ein wichtiger Schritt und ein großes Erfolgserlebnis, welches für die Arbeit von aktion tier und damit das Wohl der Tiere viel bedeutet. Trotzdem gehen unsere Forderungen noch darüber hinaus. Von den knapp 40 Millionen Legehennen in Deutschland, vegetieren noch immer etwa drei viertel in Käfighaltung. Dies liegt vor allem an den „versteckten“ Eiern, also an den verarbeiteten Eiern in Fertigprodukten wie Teigwaren und Gebäck oder auch bunten und gekochten Ostereiern, die nicht unter die Kennzeichnungspflicht des Eierstempels fallen.“
Das nächste Ziel von aktion tier wird deshalb auch die Kennzeichnung solcher Produkte sein, damit der Verbraucher entscheiden kann, ob er mit dem Kauf die Käfighaltung unterstützen möchte – oder nicht.
Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 180 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
Weitere Informationen bei:
Judith Brettmeister, aktion tier–Geschäftsstelle München, Tel.: 089 – 75 969 252 (Judith.brettmeister@aktiontier.org).
aktion tier – menschen für tiere e.V.
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