Berlin / Hohengörsdorf, 29.01.2008. Mitten im Ort steht ein baufälliges Fachwerkhaus. Es gibt keinen Strom. Auf dem nur ca. 50 qm großen Grundstück werden neben zahlreichen Katzen 15 ausgewachsene Huskys gehalten. Außerdem tummelt sich hier eine unbekannte Anzahl von Huskywelpen – Produkte der permanenten Tiervermehrung. Die Hunde stehen knietief im Morast, überall liegt Müll herum, es gibt keine trockene Stelle, wo sich die Tiere ablegen können. Hütten oder andere Unterschlüpfe sind nicht vorhanden. Der Gestank nach Abfall, Kot und Urin ist unerträglich, das fast permanente Hundegebell zehrt an den Nerven der Dorfbewohner. Das Haus und die Nebengebäude sind verwahrlost und zugemüllt. Hier leben die Halter der Hunde, ein unverheiratete Paar Mitte vierzig, mit einem minderjährigen Kind.
aktion tier ist seit Herbst 2006 mit dem Fall beschäftigt. Damals hatte Richard W. 17 ausgewachsene Huskys teilweise an kurzen Ketten in der akut einsturzgefährdeten Ruine einer Feldscheune in der Nähe der Ortschaft untergebracht. Das Rudel war schon mehrfach umgezogen, von einer problematischen Behausung in die nächste. Angeblich wurden die Hunde für Schlittenhundrennen gehalten, die auf Festen und Veranstaltungen angeboten wurden. Die hierfür erforderliche Genehmigung gemäß § 11 Tierschutzgesetz wurde aufgrund der schlechten Haltungsbedingungen jedoch entzogen und bis heute nicht wieder erteilt.
Auf Drängen der Tierschützer hin wurden die Hunde dann im Jahr 2007 durch den Amtsveterinär beschlagnahmt. Kein Jahr ist seither vergangen und das Paar hält schon wieder ein Rudel von 15 ausgewachsene Huskys. Diesmal sind die Tiere auf die Frau angemeldet.
„Wir sehen hier typische Merkmale von Animal Hoarding“, sagt Ursula Bauer von aktion tier Berlin. Es werden immer wieder Tiere in großer Zahl gesammelt, die Haltungsbedingungen sind schlecht, es ist kein Geld da für ausreichend Futter oder einen Tierarztbesuch. „Wenn der Druck der Behörden und Nachbarn zu groß wird, ziehen Animal Hoarder einfach in die nächste Gemeinde, wo sie unbekannt sind“, erzählt Ursula Bauer von aktion tier.
In den USA schon längst erkannt und beschrieben, ist Animal Hoarding als Krankheitsbild in Deutschland nach wie vor weitgehend unbekannt. Dabei nimmt auch in Deutschland das krankhafte Tiersammeln drastisch zu. „Im Fall Hohengörsdorf steht der Traum, mit den Hunden durch Zucht oder bei Schlittenrennen das große Geld zu machen, in keinem Verhältnis zur Realität“, so Ursula Bauer von aktion tier. Leidtragende sind wie immer die Tiere. Aktion tier steht seit Langem mit dem zuständigen Ordnungs- und Veterinäramt in Kontakt, hat die schlimmen Zustände angezeigt und auch auf das Phänomen „Animal Hoarding“ hingewiesen. Dennoch haben die Behörden bisher keine konsequenten Schritte unternommen. Die amtliche Wegnahme hatte nur vorübergehenden Effekt, da sofort neue Tiere gesammelt wurden. „Die einzig dauerhafte Maßnahme ist ein Tierhalteverbot in Verbindung mit einem Tierumgangsverbot“, weiß Ursula Bauer, Diplom-Biologin von aktion tier.
Text und Fotos: “aktion tier – menschen für tiere e.V.”
Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
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Januar 31st, 2008 at 17:41
Hallo!
Ich finde es toll, dass es Leute gibt, die diesen Tieren helfen (wollen)!!!
Leider gibt es immer wieder Menschen, die keinen Respekt vor dem Tier und deren Bedürfnisse haben. Die Behörden unternehmen meistens wenig dagegen und wenn sie etwas unternehmen dann leider (in vielen Fällen) zu spät!
Wir leben in Österreich und haben 5. Hunde, da wir eine kleine Hobbyzucht betreiben. Doch bei uns bekommen die Hunde die Zuwendung und Liebe die sie benötigen und sie können meist nie genug davon kriegen!
Es tut mir richtig weh, solche Bilder zu sehen und ich persönlich finde, dass diese Menschen die zu soetwas fähig sind einem nur leid tun können!!!
Liebe Grüße aus Österreich
Bettina P.
Februar 11th, 2008 at 20:16
was passiert denn jetzt? Wird zügig eingegriffen oder wieder einmal verschleppt?
Februar 12th, 2008 at 01:26
[...] Bilder u.a. bei Tierheim Kronach [...]
April 7th, 2008 at 18:22
Ich finde so was nicht gut.
Wie kann man nur solchen schönen Tieren bzw. Huskys quälen, warum gibt es solche leute !!!!!!!??????
von Theresa Haucke (12)-saalfeld
April 7th, 2008 at 18:26
Ich finde das nicht gut.
Wie kann man nur solchen schönen tieren bzw. huskys etwas antun,
warum gibt esso böse menschen???????!!!!!!!1
August 26th, 2008 at 11:42
Hallo ich Grüße,
ich bekomme immer die blinde Wut wenn ich so etwas sehe und lese!! Wie kann man nur mit Tieren so umgehen. Die so etwas praktizeiren, sollte man ebenfalls so behandeln!! Da ich ein großer Huskyfan bin, will ich hoffen das diese Tiere in guten Händen gekommen sind und es ihnen gut geht.
Grüe aus Duisburg
Jürgen Reinhard
Oktober 1st, 2010 at 09:35
Wo sind den die Tierschützer,die sonnst Laborratten aus Pharmalabore befreien.
Hier wäre es sogar mal eine richtig gute Tat.
Natürlich sollten die Hunde dann auf erfahrene Halter verteilt werden.
Habe selber einen Husky,und diese Tiere brauchen besonders viel Aufmerksamkeit
und eine erfahrene Alphaperson.
Wenn die Behörden nichts unternehmen,müssen die Tierschützer ran,denn mit veröffentlichungen allein,ist es nicht getan.
Jede Stunde die diese Hunde dort aushalten müssen,ist eine Stunde zuviel.
Und wenn alle HUskys gerettet wurden,sollte man die Ehemaligen Halter noch einige Wochen observieren.
Und sobald neue HUnde angeschafft werden,wieder tätig werden!
Irgentwann werden sie es schon lassen.
Februar 16th, 2012 at 07:57
ich hoffe und wünsche mit aller kraft und bete, dass menschen wie diese einen furchtbaren, schmerzhaften, lang dauernden todeskampf haben. das ist das mindeste für die.