
LOTTE (TROYA) „DULDET KEINE ANDEREN KATZEN NEBEN SICH …“ Das sieht bei uns so aus (Gruppenbild mit zwei Damen, rechts Lotte)
Das ist nun schon der zweite Kleintiger, den wir aus Eurem Katzenzimmer mitnehmen durften, d. h. eigentlich hatte das kleine Tier es ziemlich eindeutig auf uns abgesehen, doch davon später …
Der bernsteinäugige Rotfuchs hat sich schnell eingelebt und sucht die Nähe zu unseren Tieren, was nicht jedem immer passt. Aber das macht nichts, denn sie kommt mit den Katzenkollegen ebenso prima zurecht wie mit unseren Hunden. Uns Menschen rückt sie auch ständig auf die Pelle, hüpft gern auf die Schulter (wir kriegen hoffentlich keinen Hexenbuckel …) oder den Schoß, und dann können wir endlos zusammen schmusen und schnurren. Jedenfalls ist sie ein wahrer Katzenschatz!! Geimpft, gechipt und vor allem von uns allen geliebt, schnurrt sie in eine katzig-kratzige Zukunft.
Und nun Lotte selbst:
Liebe Tierheimer,
damit Ihr Euch keine Sorgen macht, berichte ich Euch heute über mein neues Zuhause. Das ist sooo schön, da könnt Ihr Euch freuen, dass Ihr mich diesen Zweibeinern mitgegeben habt. Dabei – stellt Euch das mal vor – wollten die zuerst nicht mich mitnehmen, weil sie ein älteres Katzentier suchten. Das habe ich wohl gemerkt, und es passte mir nicht! Als die nämlich ins Katzenzimmer kamen, wusste ich sofort: Das sind MEINE Leute!! Also gleich an die beiden rangeschnurrt, um die Beine gestrichen, Köpfchen gerieben, auf den Schoß gehüpft und lauter geschnurrt, auf die Schulter raufgehüpft, um den Hals gelegt und noch lauter geschnurrt: ich musste mich mächtig anstrengen, das kann ich Euch sagen. Die konnten sich nämlich nicht entscheiden und fanden uns alle so lieb. Und dann – oh Graus – las der Zweibeiner über mich noch auf einem Schild: ” … duldet keine anderen Katzen neben sich”. Sie grummelten, und ich musste sie blitzschnell von Gegenteil überzeugen. Also tat ich ganz bescheiden, als die Zweibeinerin, mit mir auf dem Schoß, neben einer anderen Katze saß, mich nur mit einer Hand knuddelte, während ihre andere Hand die andere Katze streichelte. Aber: die mussten MICH mitnehmen! Also schnurrte ich lauter als alle anderen zusammen. Dann holte der Zweibeiner plötzlich eine Kiste, und ich bin, hast Du´s nicht gesehen, hurtig reingesprungen und drinnen sitzengeblieben bei offener Türe. Dachte: Los, Tür zu und ab geht’s! Und was soll ich Euch sagen? Die Zweibeinerin schloss die Tür, dann sprachen sie noch ein Weilchen mit Euch Pflege-Tierheimern, und dann rumpelten wir in einem großen brummenden Ungeheuer davon. Mann, war ich glücklich in der Kiste!!
Als das Rumpeln und Brummen aufhörte, gings rein in ein feines Haus. Stellt Euch vor, die hatten für mich schon einiges vorbereitet: so hatten sie für mich den Holzboden extra in MEINEN Fellfarben hergerichtet – ist das nicht toll?? Und große Fenster, damit ich alles beobachten kann, was vor sich geht – sie hatten wirklich an alles gedacht. Auch eine extra Katzentoilette stand schon da, für mich ganz allein. Naja, die anderen Schnurrer waren damit aber wohl nicht einverstanden, was ich natürlich gemerkt habe.
Nach und nach erschienen alle Tiere, und die waren wirklich ganz freundlich. Der Seniorkater hat mich sofort adoptiert, gleich Köpfchen gegeben und dolle mit mir geschmust. Der kleinere Kater war reichlich verdutzt, als er nach einem langen Ausflug von seinen Ländereien ins Haus zurückkehrte und plötzlich mich vorfand. Der dachte wohl: Hach, noch so eine kleine und gefräßige Prinzessin wie Emma! Und diese Emma fauchte ein bisschen, als ich freundlich ihre Nähe suchte. Die Zweibeiner meinten, dass auch Emma mal ein Tierheimer (sie haben sie, Finja, im letzten Jahr von Euch geholt) war – und jetzt ist sie eine so feine Majestät! Dann haben sie mir noch unser Wachpersonal vorgestellt: einen großen goldenen und einen kleinen weißen Hund. Na, die haben sich vielleicht gefreut, dass jetzt noch mehr Leben in die Bude kommt!

Die Zweibeiner waren zufrieden mit der Audienz. Und ich hatte mich doch wirklich fein benommen und alle neben mir geduldet. Da seid Ihr sicher froh, oder? Ich auch. Dann fraß ich ratzfatz meine erste Mahlzeit im neuen Zuhause in mein Bäuchlein (ein richtiges Festessen, da kann man nicht meckern) und erkundete mein neues Reich. So schön und so viel Platz – ein richtiges Schloss: ich war selig! Ganz unter uns: ich bin es immer noch, und die werden mich nie mehr los! Versprochen!!

Das bin ich in meinem neuen Zuhause vor dem Panoramafenster. Ich bin vorerst im Innendienst tätig und bewache außerdem den Balkon. Von dort kann ich über unsere Ländereien blicken, die ich bald, wenn ich will, durchstreifen darf.

Das ist unser Seniorchef. Er ist schon zehn Jahre alt, ganz schön groß und rund und sehr sehr schmusig. Er hat mich gleich in sein Herz geschlossen und ich ihn auch in meins: er lässt mich sogar aus seinem Napf fressen, wenn ich meinen schon leer gefuttert habe – ich fresse nämlich sehr gern, weil es mir eben so gut schmeckt.

Hier sitzen Emma und ich auf dem Küchenblock (die Küche lieben wir wegen der unendlichen feinen Vorräte, die dort – leider verschlossen – hinter Türen schlummern).

Ich denke, die feine Prinzessin mit den langen Schnurrhaaren (sind die schön!) kann mich doch ganz gut leiden, auch wenn sie manchmal ihre Tatze hebt. Damit erschreckt sie nämlich auch die anderen, egal ob sie auf zwei oder vier Beinen herumlaufen. Heute morgen hat sie mir, weil ich noch nicht in den Garten gehe, mit lautem Miauen sogar eine Maus von draußen mitgebracht und sie mir direkt vor die Schnauze gelegt. Die war klitzeklein, wahrscheinlich, weil ich auch noch klein bin. Ich war so sehr gerührt, dass ich es nicht übers Herz brachte, sie zu verschlingen. Deshalb haben die Zweibeiner die Maus – mit Blick zum Wald – im Garten beerdigt.
Hier gibt es sooo viele gemütliche Plätze, alles gehört uns, und wir Katzen dürfen überall sitzen, dösen und schlummern. Die Hunde dürfen dies nicht. Nur wenn pingeliger Besuch kommt, wollen die Zweibeiner uns plötzlich nicht mehr überall sehen. Manchmal tun wir ihnen den Gefallen, meistens aber nicht …
Ich habe schon auf allen herrlichen Katzenplätze gesessen, auf denen die drei Katzenkollegen auch gern herumlümmeln, und die finden nichts dabei. Nur im Bidet war ich noch nicht, das ist nämlich der Lieblingsplatz vom Juniorchef. Aber das nehme ich noch in Angriff!

Mit dem kleinen weißen Hund kann ich schön spielen. Wir sind hier ja die Jüngsten und darum auch ein bisschen frech. Wenn die Zweibeiner weggucken, bewacht er mich, wenn ich in den Trink- und Essgefäßen der Zweibeiner herumschnuppere. Na ja, Euch kann ich´s ja verraten: ich koste immer mal, was die so fressen. Schmeckt auch. Das findet übrigens auch der kleine weiße Hund …

Das Kratzbrett haben wir inzwischen gemeinschaftlich zerstört! Die Zweibeiner besorgen nun ein neues.

Der große goldene Hund und ich bewachen manchmal zusammen vom Balkon unser herrschaftliches Anwesen – von oben können wir alles herrlich überblicken. Auch Emma kuschelt gern mit dem großen Goldenen.


Ihr seht, es gibt für mich hier viel zu tun. Langweilig kann es nicht werden. Es ist auch immer jemand da, der auf mich aufpasst. Das ist beruhigend, und ich kann mich nicht beschweren. Nur das Fressen: da könnten sich die Zweibeiner noch steigern: schneller, öfter und mehr, sage ich immer. Da muss ich eben dranbleiben! Schließlich habe ich mich ja schon einmal durchgesetzt: deshalb bin ich jetzt hier zu Hause. Und das Tollste, die Zweibeiner können sich ihr Leben ohne mich auch nicht mehr vorstellen.
Jetzt wisst Ihr aber richtig Bescheid, und ich muss mich jetzt schon wieder ums Fressen kümmern.
Euch Vier- und Zweibeiner oben auf dem Berg grüsst ganz lieb
Eure Troya-Lotte
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PS: Lotte hat sich inzwischen ums Fressen ´gekümmert´, das Abendbrot war wieder nicht ausreichend: Als wir eben vom Essen auswärts zurückkamen, lagen die Restspaghetti – übersichtlich verteilt – am Boden, Schüssel und Abdeckung gleichfalls (selber schuld: man kann einfach nichts mehr stehen lassen!). Aber offensichtlich hat es ihr nicht nicht geschmeckt …
Viele Grüsse und vielen Dank für dieses wundervolle freche Tier
Hans-Dieter und Birgit




