Hallo, ich will mich nun mal endlich vorstellen, weil ich schon seit Feb. 08 aus dem Tierheim Kronach ausziehen durfte. Ich wohne jetzt in Thüringen ganz weit oben mit viel Schnee und einem herrlichen Garten. Zuerst hatte ich ja so meine Probleme mit dem neuen Leben, kannte ich ja eigentlich fast nur Tierheim und Straße in Spanien. Dort habe ich auch bei einem Autounfall mein hinteres Bein verloren, darum haben sie mich wahrscheinlich auch nach Kronach geholt, weil in Spanien keiner einen dreibeinigen Hund wollte.

Meine Familie (Frauchen und schwer behindertes Herrchen) hatten zuvor zwei Schäfer-hundmischlinge, die aufs Wort gehört haben und auch sonst recht brav gewesen sein müssen. Damit hatten mein Frauchen und ich anfangs auch arge Probleme. Denn ich bin ein Podenco-Mix und die jagen ja bekanntlich gerne und mit dem Hören ist es auch nicht so weit her, wenn sie denn sollen. Als dann aber mein Frauchen mal im Internet über Podencos recherchiert hat und da stand, dass die eher wie Katzen zu behandeln sind, hat sich das Blatt gewendet. Sie hat mich dann wie ihren früheren Kater Willi behandelt und siehe da, es hat geklappt (dies soll nur ein Tipp sein, für Neulinge, die vielleicht ähnliche Probleme mit uns Spaniern haben).

Irgendwie hat sie mir klargemacht, dass ich machen kann was ich will, wenn ich mich nur an ihr orientiere. Jetzt können wir zusammen im Wald und auf den Wiesen ohne Leine stöbern, ich schau immer wo mein Frauchen ist. Wenn ich mal verschwunden bin und sie mich ruft, komme ich prompt, na ja so nach 2-3 mal Rufen, werde ganz sehr gelobt und dann ist gut und ich kann wieder lostigern. Zuhause funktioniert das genauso und ich höre auch auf Kommandos, wenn sie „nachdrücklich“ sind und habe keine Angst mehr, dass mir jemand was böses will. Frauchen versteht mich halt jetzt zu nehmen. Sie liebt mich ganz sehr. Auch Herrchen mag mich, kann halt leider außer streicheln nichts mit mir unternehmen.

Kuscheln macht mir jetzt nichts mehr aus. Anfänglich hatte ich große Angst vor Nähe und bin ausgerissen. Jetzt komme ich auf die Couch und quetsche mich schon mal zwischen Frauchen und Herrchen, jetzt kann es ruhig eng sein.

Besen, Schneeschaufeln und ähnliches machen mir nicht mehr so viel Angst, wenn Frauchen die in der Hand hat und große Autos, die so brummen sind nicht mehr so schlimm, ist doch mein Frauchen bei mir, die mir sagt, dass ich keine Angst haben muss und schon eine Große bin.

Wir verstehen uns prima und wenn mal Besuch kommt, bin ich neugierig oder total happy, wenn ich die kenne, aber ich passe auf mein behindertes Herrchen auf, das mit dem nichts unrechtes gemacht wird. Auch muss ich immer sehr bellen, wenn es klingelt oder jemand einfach in den Garten marschiert oder der Nachbar sich wieder mal ungewöhnlich benimmt.

Seit ein paar Tagen hat wieder der Winter angefangen mit ein bisschen Schnee. Den habe ich auch lieben gelernt, als ich Ostern 2008 einen halben Meter im Garten vorfand. Frauchen musste erst vorausgehen und mir einen Weg bahnen, dann habe ich mich getraut.

Eine kleine Macke kann ich mir aber überhaupt nicht abgewöhnen. Socken habe ich zum Fressen gern. Frauchen hat schon einige löchrige entsorgen müssen. Hi,hi.

So, jetzt verziehe ich mich wieder auf meine Couch und warte, dass sie mit mir einen Spaziergang macht.

Es grüßt Euch alle „Madame Rica von der Steinernen Heide“ (mein Spitzname)

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