
Canela, die Zimtfarbene; der Name passt, dachte ich mir, als wir Canela zum 1. Mal sahen. Und aus Spanien, das passt auch. Ich selbst habe 4 Jahre dort gelebt. Was uns als erstes auffiel, war ihr hübsches und liebes Gesicht, aber auch, dass sie offensichtlich dauernd Angst hatte, da der Schwanz immer bis zum Anschlag angelegt hat. Ansonsten machte sie auf uns einen Eindruck, als müsste man sie beschützen: sie hat sich eigentlich immer Hilfe suchend umgeguckt.
Wir holten Canela also im Oktober von einer lieben Pflegefamilie in der Nähe von Kronach ab und brachten sie nach Fürth. Canelas Geschichte ist – wie viele – traurig: sie hat einiges mitgemacht in ihrem 4-jährigen Leben.

Bei der Abholung im Tierheim-Büro

Für uns war es auf jeden Fall eine große Umstellung (für Canela natürlich auch): Unsere beiden langjährigen vierbeinigen Familienmitglieder Batzi und Fritz (2 Dackel) hatten uns beide letztes Jahr verlassen. Fritz starb 13-jährig und mein geliebter Batzi 16-jährig. Wir hatten beide Rüden von Baby an und – nachdem es Dackel waren – waren sie sehr lebhaft, „wussten was sie wollten“, verteidigten „Haus und Hof“ und waren so gar nicht ängstlich, sondern sehr selbstbewusst.

Ganz anders Canela: ihre Grundhaltung war die demütige/die eines geprügelten Hundes; der Schwanz war immer eingezogen; wenn es an der Tür läutete, nahm sie Deckung im hintersten Eck. Sie war (und ist) überruhig, fordert nichts, konnte sich eigentlich auch nicht so richtig freuen. Wenn sie mit dem Schwanz wedelt, dann nur verhalten. Sie stand z.B. auch gar nicht von ihrem Platz auf, wenn einer von uns früh die Treppe herunter kam. Sie war so ruhig, dass wir gar nicht wussten, dass wieder ein Hund im Haus ist. Unser 7-jähriger Sohn Luca, der natürlich auch die Dackel gewohnt war, dachte sogar, dass Canela ihn nicht mag und war traurig.

Sie war aber auch von Anfang an superbrav, wie selbstverständlich stubenrein (obwohl sich ja in Spanien lange Zeit niemand um sie kümmerte und sie allein auf einem Grundstück sein musste), ist bis jetzt noch nicht auf die Idee gekommen, irgendetwas kaputt zu machen; man kann sie – anders als unsere beiden Dackel – jederzeit in ein Lokal mitnehmen: sie legt sich einfach hin und wartet. Fressen tut sie wie eine echte Lady, ganz vornehm. Gibt man ihr etwas aus der Hand, so nimmt sie das Angebotene extrem vorsichtig.
Ihre absolute Lieblingsbeschäftigung allerdings ist schlafen, schlafen und nochmals schlafen. Am liebsten auf der Couch und noch lieber wäre es ihr – was sie allerdings zumindest nachts nicht darf – im Bett. Wenn sie tagsüber mal in ein Bett darf, dann hat man wirklich Schwierigkeiten, sie überhaupt wieder da rauszubringen.

Mittlerweile hat sie sich eingewöhnt bei uns. Sie wirft uns zwar nicht um, wenn wir heimkommen, aber sie kommt zumindest schon an die Türe. Auch hat man sie schon ganz kurz bellen hören, als es an der Tür schellte. Sie ist sehr liebesbedürftig und genießt ihre Streicheleinheiten. Sie hat auch schon Hundefreunde gefunden. Wenn sie einen anderen Hund mag, dann spielt sie richtig ausgelassen mit ihm. Überhaupt hat sie manchmal so Spielattacken, die aber leider noch nicht lange andauern.
Canela hat durch ihre Erfahrungen das Urvertrauen in den Menschen verloren und muss das erst wieder aufbauen. Von einem anderen Hundebesitzer, der auch eine spanische Hündin hat, wissen wir, dass es bei ihm 2 Jahre gedauert hat, bis sein Hund Vertrauen hatte und sich angstfrei verhalten konnte.

So tun wir alles, dass es bei uns ein bisschen schneller geht und hoffen sehr, dass Canela bald ihre Ängste und Traumata ablegen kann und etwas mehr Lebensfreude zeigen kann.
Luca jedenfalls ist sehr stolz auf „seine“ große Canela und gibt überall mit ihr an. Er nennt sie auch Canela Tausendschön und da hat er Recht, denn bis jetzt hat schon jeder gesagt, wie hübsch sie ist.
Und auch wir sind froh, dass wir dieser lieben Hündin ein neues Zuhause geben konnten.






April 22nd, 2009 at 19:56
Liebe Canela u. Familie,
wenn man diese schönen Bilder von Canela und ihrem Zuhause sieht, da muß man sich ja mitfreuen über soviel “Hundeglück” !! Canela sieht aus wie meine Tina aus einem ehemaligen Tötungslager in Bulgarien. Der gleiche Hundetyp und mit diesem unbeschreiblichen Augenausdruck, der alles zum schmelzen bringt ! Ich freue mich sehr über dein großes Glück liebe Canela. Deiner Familie und dir wünschen wir eine wunderbare Zeit des Zusammenseins mit Sonnenschein an allen Tagen.
LG
Kathrin mit glücklichem Hund “Tina”