So jung dieser bildhübsche Galgomischlingsrüde auch ist, so hat Diez (sprich: „dijes“) doch schon einiges im Leben mitgemacht – leider waren jedoch nur die wenigsten seiner Erlebnisse von der positiven Sorte. Seine Mama, eine reinrassige Galga (spanischer Windhund) wurde hochträchtig und mutterseelenallein auf den Straßen Granadas gefunden. Es war offensichtlich, dass ihr Besitzer sie einfach skrupellos ausgesetzt hatte, wie es leider so oft in Spanien der Fall ist (aber nicht nur dort…). Die Finder erbarmten sich der Hündin und nahmen sie zunächst mit nach Hause, wo der kleine Diez das Licht der Welt erblickte. Weil er das zehnte Haustier in der Familie war, wurde er kurzerhand auf den Namen „Diez“ getauft (deutsch: „zehn“).
Mit Hilfe des Internets konnten wir recht schnell eine neue Familie für Diez´ Mutter finden, die inzwischen schon längst glücklich in ihrer eigenen Familie in Deutschland lebt. Für Diez hat sich jedoch nie jemand interessiert.
Aufgrund eines Umzugs konnte ihn die Familie schließlich nicht mehr behalten und so wurde der Jungrüde in unser spanisches Partner-Tierheim Granada gebracht.
Nach langer Wartezeit dort schien es nun vor kurzem, als habe Diez´ Odyssee nun endlich doch noch ein glückliches Ende genommen, denn eine nette Familie aus Deutschland interessierte sich für den hübschen Kerl und so durfte Diez schon bald in seine neue Heimat ausreisen.
Leider währte sein neues Glück nur zwei Wochen. Es stellte sich nämlich heraus, dass Diez seinen neu gewonnenen Familienanschluss so genoss, dass er alle Fremden anknurrte, die ihm oder seinen neuen Herrchen zu nahe kommen wollten. Dabei ist Diez überhaupt nicht aggressiv, sondern eher sehr unsicher. Vielleicht hatte er das Gefühl, das bisschen Glück, das er nun endlich gewonnen hatte, gegen Gott und die Welt verteidigen zu müssen. Leider bewirkte er damit jedoch das Gegenteil und so kam es, dass Diez zu uns ins Tierheim Kronach gebracht wurde.
Bei uns zeigt sich Diez Fremden gegenüber anfangs zwar etwas schüchtern, aber doch sehr freundlich und gutmütig. Er fasst schnell Vertrauen und liebt seine Bezugspersonen abgöttisch. Am liebsten möchte er ihnen auf Schritt und Tritt folgen, immer bereit für eine Streicheleinheit, ein gutes Wort oder ein Leckerli.
Seine besondere Leidenschaft ist das Spielen mit Bällen oder Quietschtieren, denen er stundenlang nachjagen könnte.
Ganz nach Windhundart entwickelt er dabei eine unglaubliche Geschwindigkeit, so dass es richtig Spaß macht, ihm dabei zuzusehen.
Sobald er das Spielzeug seinem Menschen übergeben hat, steht er mit freudestrahlendem Gesicht schon wieder in den Startlöchern, um von Neuem loszusprinten. „Los! Wirf schon endlich!“ sagen seine Augen.
Gottseidank ist Diez trotz seiner tristen Vorgeschichte ein fröhlicher Hund geblieben, ein Sonnenschein und Frechdachs. Natürlich muss er noch sehr viel lernen, denn erzogen ist dieser Wildfang bisher nur wenig.
Dabei sollte man auf jeden Fall konsequent vorgehen, da der Schlingel durchaus seinen eigenen Kopf hat und Schwächen für sich nutzt.
Auch braucht Diez natürlich viel Auslauf, um sich austoben zu können.
Was andere Hunde betrifft, versteht er sich nicht immer und entscheidet nach Sympathie. Wir haben hierbei die Erfahrung gemacht, dass er an der Leine weitaus zickiger reagiert als ohne. In einem Zuhause sollte er daher alleine sein oder höchstens mit einer Hündin zusammenleben.
Wir suchen für unser Sorgenkind nun hundeerfahrene Menschen ohne kleine Kinder, die genügend Zeit für Diez haben und ihm zeigen können, wie toll das Leben an der Seite von netten Menschen sein kann.







September 27th, 2007 at 21:42
Nur nicht gleich aufgeben, das war bei unserer Hündin genauso, und mittlerweile begrüßt sie alle Besucher, nur beim Kaminkehrer macht sie da eine Ausnahme…aber man braucht Geduld, die wird allerdings reichlich belohnt. Das finden wir jedenfalls!
August 27th, 2008 at 07:18
Ich bin der “Papa” von Diez Mama, also quasi sein “Opa”
Ich verstehe gar nicht, warum der arme Kerl keine Familie findet. Wenn er nur einen Bruchteil der Gene seine Mama geerbt hat, dann ist er nach seiner Mama der tollste Hund “vonne Welt”. Lola ist super verschmust und anhänglich, manchmal etwas eifersüchtig, aber dabei absolut agressionslos. Diez ist noch jung und hat sicherlich noch die eine oder andere Flause im Kopf, aber das gibt sich ganz schnell. Sobald er seinen Platz in seinem “Rudel” gefunden hat, wird er seiner neuen Familie sicherlich viel Freude bereiten.
Oktober 1st, 2008 at 19:50
….und ich bin diejenige, die die Mama von “Diez” vermittelt hat. Ich kann nur den Kommentar von Lolas Papi bestätigen. Die Mama von Diez ist zauberhaft, hat einen wundervollen Charakter.
Wir alle hier können nicht verstehen, warum dieser wirklich wundervolle “Junge” seine Chance nicht bekommt. Jede “Nase” sei sie noch so ängstlich, problematisch….etc. hat bisher ihre Chance bekommen. Wenn man Diez die Chance gibt, wird er es Ihnen 1000 Mal danken.
Rosi Faßbender
Oktober 3rd, 2008 at 20:45
Man sollte in den bericht vielleicht hinzufügen, ob man ihn von der Leine laufen lassen kann.
Denn bei Windhunden ist das sehr schwierig!!!
Der ist ech supi süß!!!
der Bericht hat mich sehr interresiert!!!
DANKE!!!
Oktober 12th, 2008 at 14:44
Also ich habe das Glück gehabt Diez in Spanien persönlich kennen zu lernen…!
Er ist wirklich ein soo feines Kerlchen und war schon von Anfang an einer von meinen “Lieblingen”…!!
Wenn ich den Platz und die Zeit hätte, wäre er schon lange nicht mehr auf der Suche nach einem liebevollen Zuhause..!!
Aber manchmal ist das Leben eben so, der Jenige der möchte kann nicht und der der vielleicht sogar könnte möchte nicht!!! Welch eine Ironie!!!
Januar 21st, 2009 at 21:51
Hallo,
bin über Waisenhunde.de auf die Seite gelangt.
So ein hübscher Rüde, schade dass er noch nicht vermittelt ist. Wir haben eine Podenco-Mix Hündin aus Malaga seit einem Jahr in der Familie Tochter mit eigener Wohnung). Wir haben zuvor mit einer Westi-Hündin 16 Jahre zusammengelebt. Was für ein Unterschied. Wenn man das erste Mal einen Windhund(-Mix) laufen sieht, bleibt einem die Luft weg. Vom Wesen her sind wir sehr beeindruckt. Sie ist so zärtlich und einfühlsam und klug. Ich denke man muss diesen Hunden die richtigen Bedingungen bieten. Bei uns in der Grosstadt ist das sehr schwierig. Die hauseigenen Gärten sind meist nur für Kleintierhaltung geeignet, sie sind winzig. Die drei Hundewiesen der Stadt reichen beiweitem nicht aus. Wir haben ein Feld in der Nähe, was demnächst auch einer Autobahn weichen muss. Es ist fürchterlich. Für Leute auf dem Land wäre so ein toller Hund genau richtig. Vielleicht liegt da das Vermittlungsproblem. Die “Ländler” haben meist Hunde aus eigener Zucht und wahrscheinlich weniger Verständnis für “Ausländer”???
Viel Glück kleiner Diez!
Eva Siebert
Februar 16th, 2010 at 12:14
Naja, wir wohnen auf dem Land und haben zwei Spanier adoptiert, also daran liegt es auch nicht unbedingt. Bei uns ist es auch nicht einfach, Hunde frei laufen zu lassen, da es viel Wild gibt. Unsere haben wir ganz schön lange erziehen müssen, aber jetzt bleiben sie auch, wenn sie einen Hasen sehen. Das geht schon! Wir würden Diez sofort nehmen, wenn wir nicht schon einen eifersüchtigen Rüden hätten…