aktion tier und animal public kritisieren Handel mit exotischen Wildtieren

Berlin / Düsseldorf / Hamm, 15.03.2010. Dem Besucher der weltgrößten Exotenbörse in nordrhein-westfälischen Hamm schlägt schon am Eingang der riesigen Halle die feucht-warme, von allerlei unangenehmen Gerüchen geschwängerte Luft entgegen. Die Stimmung ist gut – der Bierkonsum auch. Eine Mischung aus Volksfest und Sommerschlussverkauf im Kaufhaus. Menschenmassen drängen sich durch die engen Gänge, vorbei an den Händlern und Züchtern, die Tausende von Reptilien, Amphibien, Insekten und sogar Säugetiere zum Verkauf anbieten. „Für die Tiere bedeuten Börsen wie diese Stress pur“, kritisiert Laura Zimprich von animal public. Eingesperrt in sehr kleine Behältnisse ohne Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten müssen die empfindlichen Schlangen, Chamäleons, Gekos, Schildkröten und Agamen wie Wühltischware verscherbelt. Viele Besucher schütteln die Plastikschalen, klopfen an die Scheiben von Terrarien, nehmen die Tiere in die Hand und reichen sie herum.

Neben Nachzuchten finden sich auf der Terraristka immer noch sehr viele Wildfänge sowie Tiere, die angeblich in Farmen im Ursprungsland nachgezüchtet wurden. Selbst befragte Züchter auf der Börse zweifeln daran, dass diese Farmen existieren, da Kontrollen nur schwer möglich sind. Wahrscheinlich wurden auch diese Tiere in freier Natur gefangen. „Vor dem Hintergrund, dass jährlich Tausende von Tier- und Pflanzenarten unwiederbringlich von unserer Erde verschwinden ist es unverantwortlich, dass zum Zwecke des kommerziellen Handels Millionen von exotischen Tieren wild in ihrem Ursprungsland eingefangen werden“, sagt Ursula Bauer von aktion tier Berlin. „Die Profitgier der Händler und die steigende Nachfrage nach immer exotischeren Tieren tragen maßgeblich zum weltweiten Artensterben bei“, so die Diplom-Biologin weiter.

Auch das Thema Sicherheit wird auf der größten Exotenbörse eher kleingeschrieben. Dass Reptilen Krankheiten wie beispielweise Salmonellen auf den Menschen übertragen können hält die Händler nicht davon ab, Schlangen und Schildkröten den Besuchern auf die Hand zu setzen. Und im Gitftschlangenraum kann jeder, der das nötige Kleingeld hat und volljährig ist, sofort eine hochgiftige Schlange mit nach Hause nehmen. So wird in einem unscheinbaren und nicht mit einem entsprechenden Warnhinweis versehenen Plastikbehälter die giftigste Schlange der Welt, der aus Australien stammende Inlandtaipan, feilgeboten. Sein Gift ist so hoch toxisch, dass ein Biß theoretisch hundert erwachsene Menschen töten könnte. „In unerfahrenen Händen sind derart giftige Tiere grundsätzlich auch eine Gefahr für die Gesamtbevölkerung“, sagt Ursula Bauer von aktion tier.

Der Handel und die Haltung von exotischen Tieren ist insgesamt hoch problematisch. Fang, Transport und Vermarktung wie beispielweise auf der „Terraristika“ in Hamm sind für die Tiere qualvoll und mit hohen Verlustraten belegt. Auch die weitgehend unkontrollierte Privathaltung, die niemals den natürlichen Bedürfnissen der Exoten gerecht werden kann, geht immer auf Kosten der Tiere.

„Da Handel, Transport, Vermarktung und Haltung dieser Tiere kaum kontrolliert werden kann, sieht aktion tier eine Lösung des Problem letztendlich im Verbot der Privathaltung von exotischen Tiere“, so Ursula Bauer abschließend.

Um auf das Thema aufmerksam zu machen haben aktion tier und animal public vor wenigen Wochen eine Aufklärungskampagne mit dem Titel „Wildtiere gehören nicht ins Wohnzimmer – artgerecht ist nur die Freiheit“ ins Leben gerufen. Weitere Informationen sowie einen Videobeitrag finden Sie auf der aktion tier-Website unter www.aktiontier.org.

Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Diplom-Biologin Ursula Bauer, aktion tier – Geschäftsstelle Berlin, Tel.: 030-30103831 (Berlin@aktiontier.org),

Laura Zimprich, animal public e.V., Tel.: 0211 56949730 (info@animal-public.de).

aktion tier – menschen für tiere e.V.

Pressestelle

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14057 Berlin

Tel.: 030-301038-33

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